Imoco conegliano: neunter scudetto – mehr als nur ein titel!

Conegliano hat es erneut geschafft! Der Triumph im italienischen Volleyball ist mehr als nur der neunte Scudetto – er ist der Beweis für eine einzigartige Philosophie und eine tiefe Verwurzelung im Veneto.

Die "bella copertina" mit substanz

Die "bella copertina" mit substanz

Piero Garbellotto, Präsident des Imoco Conegliano, beschreibt den Sieg treffend als "die schöne Coverseite eines Buches, das viel mehr Inhalt hat." Und in der Tat, hinter dem beeindruckenden Erfolg verbirgt sich eine bemerkenswerte Geschichte. Der erneute Sieg gegen Milano, obwohl weniger überraschend als in den Vorjahren, unterstreicht die Dominanz des Klubs, die im letzten Jahr kurzzeitig durch den Supercup-Sieg Milanos unterbrochen wurde. Doch diese kleine Delle hat die Stabilität des Teams nicht erschüttert.

Garbellotto betont: "Zyklen entstehen und enden. Aber was wir aufgebaut haben, bleibt." Und was wurde aufgebaut? Ein System, das auf einer soliden finanziellen Basis von 320 Sponsoren und Rekord-Zuschauerzahlen ruht. Conegliano ist nicht nur ein Volleyballverein, sondern ein Spiegelbild der Region, das mit sportlichen Erfolgen und sozialem Engagement glänzt – insbesondere im Bereich der Jugendförderung.

Die Anziehungskraft des Klubs auf Top-Spielerinnen ist ein logisches Ergebnis dieser Stabilität. "Es ist immer ein Dreieck aus Verein, Spielerin und Berater“, erklärt Garbellotto, “aber die Seriosität und die Erfolge des Klubs erleichtern die Arbeit ungemein.“

31 Titel – welche Bedeutung haben sie alle? Garbellotto erinnert sich besonders an den ersten Weltpokal in China, nach einem unglaublichen Comeback im Tie-Break gegen Vakifbank. Das ist mehr als nur ein Titel; es ist ein Symbol für den unbändigen Willen und die mentale Stärke des Teams.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, über den Garbellotto spricht, ist die starke Konzentration auf die Jugendarbeit. “Wir haben aktuell 30 Spielerinnen aus unserem eigenen Nachwuchs in der A1 und A2 Liga. Aber die Jugendarbeit dient nicht nur der Produktion von Leistungsträgerinnen, sondern hat auch einen wichtigen sozialen Wert. Ich denke, ein zusätzliches Volleyballfeld ist mehr wert als ein Gefängnis weniger.”

Die Infrastruktur unterstützt diesen Ansatz: das Imoco Center mit 10.000 Quadratmetern bietet erstklassige Trainingsbedingungen, neben dem Palaverde, der Heimspielhalle.

Garbellotto sieht Verbesserungspotenzial vor allem bei den Hallenkapazitäten im italienischen Frauenvolleyball. “Wir können uns nicht beschweren, aber im Rest des Landes gibt es da noch Nachholbedarf.” Andererseits lobt er die enorme Entwicklung der Kommunikation durch die Liga, mit über einer Milliarde Aufrufen in den sozialen Medien – nur übertroffen vom Fußball.

Die Saison ist für Imoco noch nicht beendet. Im kommenden Wochenende steht die Final Four der Champions League in Istanbul an. “Es wird ein weiterer Kampf gegen Vakifbank in deren Heimhalle”, warnt Garbellotto.

Und die Hoffnung auf ein Heimturnier in einem der neuen Hallen in Mestre? “Das wünschen wir uns natürlich. Schritt für Schritt, es ist eine wichtige Anlage, um große Events auszurichten. Wir werden sehen.”