Vonn vs. höfl-riesch: der tag, als zwei ski-ikonen für immer zerbrachen

Genau heute vor 15 Jahren, am 12. März 2011, schrieb Lindsey Vonn auf Facebook, dass sie mit Maria Höfl-Riesch „nicht mehr spreche“. Ein Satz, der zwei Karrieren und ein ganzes Ski-Märchen beendete. Die beiden waren einst wie Schwestern, teilten Zimmer, Witze und Siegesschampus. Dann kam der Slalom von Spindlermühle – und mit ihm die Frage, wer die Deutsche ist und wer die Egoistin.

Die trennung war kein streit, sondern ein prozess

Vonn warf Höfl-Riesch vor, in Interviews „dauernd schlecht“ über sie zu reden. Höfl-Riesh kontert, Vonn habe nie verwinden können, wenn sie einmal geschlagen wurde. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen den Zeitplanen von Agenten, Managerinnen und Olympia-Kalendern. Fakt ist: In der Nacht nach dem Gesamtweltcup-Finale 2011, als Höfl-Riesch mit drei Punkten vorne lag, schickte Vonn keine SMS mehr. Stattdessen postete sie einen Roman voller Vorwürfe. Die Medien sprangen auf, die Fans wählten Lager. Die Freundschaft war gelaufen, bevor sie es selbst merkten.

Beide heirateten im selben Jahr. Höfl-Riesch lud Vonn zur Hochzeit ein. Vonn sagte ab und erklärte, sie fühle sich „nicht willkommen“. Es klang wie ein Schulhof-Krach, nur dass die Trittbrettmedien jedes Wort in Live-Schalten ausschlachteten. Vonns Mann Thomas nahm Partei, Höfl-Rieschs Manager postete Gegenstatements. Innerhalb von Wochen wurde aus Rivalität Feindschaft.

Heute lächeln sie für fotos, reden aber nicht

Heute lächeln sie für fotos, reden aber nicht

2025 standen sie gemeinsam auf der Laureus-Bühne. Handshake, Lächeln, Blitzlicht. Danach gingen jede ihrer Wege. Höfl-Riesch sagt: „So wie früher wird es nie wieder.“ Vonn schweigt zu dem Thema, ihr Instagram zeigt Surfen mit Tiger Woods und Kochkurse statt Skistiefel. Die deutsche Seite wiederum feiert Höfl-Riesch als ARD-Expertin, die US-Seite kürte Vonn zur „Greatest of all time“. Die Statistiken sind geklärt, die Gefühle nicht.

Der Ski-Weltcup rollt weiter, ohne sie. Aber wer die alten Rennvideos startet, hört noch das Knarren der Kanten und das leise Pfeifen, wenn zwei Teenagerinnen 2003 in Lake Placid die Piste runterbrettern – vor dem Sponsoring, vor den Weltmeistertiteln, vor dem 12. März 2011. Es war einmal. Danach war nie wieder.