Lions zerlegen lugano, ambri dreht auf: playoff-furioso mit puljujärvi-knaller
Die Playoffs liefern, was sie versprechen: Herzinfarkt-Hockey bis zur letzten Sekunde. Zürich schickt Lugano mit einem 3:0 nach Hause, Ambri-Piotta schlittert im Playout-Krimi von 1:2 auf 5:3, und Genf erlöst 7‘121 Fans mit einem Finnen-Solo in Minute 59.
Malgin trifft, fazzini scheitert – und die lions entfachen den klassiker
Schon nach 240 Sekunden zischt der erste Pucksalut durch die Arena: Denis Malgin schnappt sich den Abpraller, zieht aus spitzem Winkel ab, trifft. Luganos Antwort folgt auf dem Eis, nicht auf der Anzeigetafel. Die Gäste drücken, erzeugen Schneegestöber vor Leonardo Genoni, doch der Schweizer Nationaltorhüter wirkt wie eine Wand aus Eis. In der 37. Minute die große Chance: Penalty für Julian Fazzini. Sein Handgelenkschuss klatscht gegen das Außennetz – ein Geräusch, das in den Tessiner Sturmreihen bis nach Bellinzona nachhallt.
Nach der Pause wechselt der Wind. Luganos Jan Kováč spielt mit offenem Visier, schaltet schneller als die Scheibe, doch Genoni entschärft auch den Hinterhand-Drag. Die Uhr tickt, die Nerven blank. Dann der Moment, der die Serie kippt: Alexander Grant schnürt einen Konter, legt sich den Puck zwischen die Skates, zieht aus halblinker Position ab – 2:0. Luganos Coach Luca Gianinazzi zieht den Torhüter, doch Lukas Fröden nagelt das Kunststoff-Biest ins leere Gehäuse. Die Lions jubeln, die Tessiner stapfen mit hängenden Köpfen in die Kabine. Die Serie steht 1:0, aber das Gefühl sagt: Der Bann ist gebrochen.

Ambri fegt ajoie im finale des letzten drittels weg
6‘357 Menschen quetschen sich in die Gottardo Arena, in deren Decke noch die Echos der letzten Playoff-Nacht schlummern. Tommaso de Luca trifft früh, doch Philip-Michael Devos und Yonas Berthoud drehen das Spiel. 1:2 steht es vor dem letzten Abschnitt – dann platzt der Knoten. Chris Tierney schlenzt, de Luca legt nach, Julius Nättinen egalisiert sofort. Die Anzeigetafel blinkt 3:3, die Stimmung kocht. Dominic Zwerger nimmt den Puck mit, tanzt drei Gegner aus, zielt an die Oberlatte – Tor! 4:3. Diego Kostner versenkt ins Empty Net, die Sirene heult. Ambri lebt, Ajoie muss in die Schwitzhölle von Spiel zwei.

Puljujärvi schlägt in genf ein – lausanne schläft bis zum gong
60 Minuten lang hält Justin Pogge die Null, Joel Pasche pariert wie ein Mann mit sieben Armen. Dann die 59. Minute: Roger Karrer spielt quer, Jesse Puljujärvi zieht aus der Blauen, der Puck fliegt wie eine Kugel aus Flinte – oben links, keine Chance. Die Patinoire des Vernets bebt, die Lausanne HC-Bank verharrt in Starre. Ein Tor reicht, um die Serie auf 1:0 zu stellen. Genf jubelt, Lausanne muss antworten – und das schnell.
Die National League zeigt ihr Gesicht: gnadenlos, dramatisch, bis zur letzten Sekunde. Die nächsten Spiele stehen vor der Tür – mit diesem Tempo wird selbst dem eisernen Fan der Atem stocken.
