Lindvik rächt sich in planica: norwegen feiert skiflugsieg, geiger rettet deutsches gesicht

Marius Lindvik flog 238,5 Meter weit, schlug Domen Prevc um 5,6 Punkte und krönte Norwegens erste Skiflug-Saison-Siegprämie seit 2019. Hinter ihm lieferten die deutschen Adler eine Abschiedsvorstellung für Stefan Horngacher ab, die Rang acht für Karl Geiger und die perfekte 20-Wertung für Andreas Wellinger barg.

Die nordische revanche und der deutsche ehrenplatz

Lindvik stand nach dem ersten Durchgang noch hinter Prevc, zog im Finale aber mit einem 231-Meter-Sprung den Stecker. Der 26-Jährige hatte zuletzt 2023 in Tauplitz gewonnen, war dann wegen der Anzug-Affäre gesperrt worden. In Planica riss er sich die Maske vom Gesicht, starrte auf die Anzeigetafel und brüllte: „Endlich!“ – ein Schlag gegen die Zweifler.

Deutschland durfte mitzählen. Geiger, noch vor zwei Wochen in Vikersund gestrichen, landete mit 233 und 227,5 Metern auf Rang acht – das beste deutsche Resultat seit Stephan Leyhe 2020. Wellingers 238,5-Meter-Weite im ersten Sprung war zwar länger, doch der zweite Sprung brach ein. Dennoch: Fünf rote 20er-Würfel leuchteten bei ihm, nur zehn Mal zuvor hatte ein Springer alle Richter überzeugt.

Prevcs heimspiel endet mit kleiner trost-kugel

Prevcs heimspiel endet mit kleiner trost-kugel

Domen Prevc musste sich mit zweitem Platz begnügen, durfte aber die kleine Kristallkugel für den Skiflug-Weltcup in Empfang nehmen. 14 Siege in einem Winter – Rekord-Bruder Peter führt mit 15. Die slowenische Menge feierte trotzdem, schmetterte Lieder, zündete Fackeln. Für Prevc war es die Krönung einer Saison, in der er Olympiasieger, Tournee- und Gesamtweltcupsieger wurde – nur eben nicht in Planica.

Stoch nimmt abschied, horngacher geht – und was bleibt?

Stoch nimmt abschied, horngacher geht – und was bleibt?

Kamil Stoch rutschte noch einmal in die Top-30, beendete mit Rang 24 seine Karriere. Die Letalnica, einst seine Angst, wurde zur Bühne seiner Tränen. Ehefrau Ewa winkte von der Tribüne, die Polen sangen „Sto lat“. Unter Horngacher hatte der Pole zwei seiner drei Tournee-Titel geholt, nun wird gesucht: Nachfolger-Name soll binnen zehn Tagen stehen.

Felix Hoffmann dagegen flog nur 177,5 Meter und verpasste als 31. zum ersten Mal seit 2018 ein Weltcup-Finale. Der Adler, der zuletzt pausierte, kassierte 10 Weltcup-Punkte – ein Weckruf vor der Vorbereitung auf die Sommer-Grand-Prix-Saison.

Planica ließ die Kassen klingeln: 26 030 Zuschauer, 459 Millionen TV-Minuten in Norwegen allein. Der Skiflug-Weltcup ist abgesegelt, die Vierschanzentournee beginnt in 251 Tagen – und Deutschland muss sich fragen, ob achter Platz und eine 20-Wertung reichen, wenn die nächste Generation anrennt.