Lichtlein regiert unangefochten: 720 hbl-spiele, und keiner kommt ran
Carsten Lichtlein ist längst kein Aktiver mehr, trotzdem bleibt er der unumstrittene Rekord-König der Handball-Bundesliga. 720 Einsätze stehen seit dem 4. März 2026 in der offiziellen Statistik – ein Wert, der selbst für Silvio Heinevetter, die moderne Dauerbrenner-Ikone, zur Herausforderung wird. Der ThSV-Schlussmann klebt bei 682 Spielen, 38 fehlen noch, und die Uhr tickt.
Die deutsche torhüter-dynastie hält die liga in atem
Die Top-Fünf der Ewigen Liste liest sich wie ein deutsches Torwart-Manifest: Lichtlein, Heinevetter, Johannes Bitter (657), Jan Holpert (614), Henning Fritz (594). Kein Feldspieler, kein Ausländer hat diese Marke je erreicht. Die These, dass nur ein Keeper so lange durchhalten kann, wird zur Gewissheit – und zur Zukunftsfrage für jeden Nachwuchs-Keeper, der denkt, er müsse irgendwann mal kürzer treten.
Dahinter schrumpft die Hoffnung der Feldspieler. Volker Zerbe, Geschäftsstellen-Chef der Füchse Berlin, hält mit 593 Spielen seit Jahren die Fahne höchstpersönlich. Es gibt keinen ernsthaften Herausforderer in Sichtweite. Patrick Groetzki wird 2026 aufhören, bei 572 Einsätzen. Kai Häfner jagt zwar weiter, doch selbst wenn der TVB-Rechtsaußen bis 2027 ausfällt und fit bleibt, würde er maximal die 600 knacken – mehr nicht.

Die nächste generation muss sich neue ziele setzen
Marcel Schiller (442) und Timo Kastening (381) schafften den Sprung in die Top 50 bzw. Top 100, ein Signal, dass Dauerläufer noch möglich sind – aber nur, wenn man sich früh auf seine Knie und seinen Kalender versteht. Die Liga wird schneller, die Reisen länger, die physischen Anforderungen gnadenloser. Wer 500+ absolvieren will, muss sich fragen, ob er bereit ist, sein Leben an den Spielplan zu ketten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutsche Torhüter dominieren die Dauerstatistik wie sonst keine Position im deutschen Profisport. Für Fans ist das ein Stück Identität, für Nachwuchstrainer ein Lehrbeispiel. Und für Carsten Lichtlein? Ein Grund, auf der Trainerbank zu lächeln – denn selbst wenn Heinevetter noch zwei Jahre durchzieht, bleibt die 720 ein Gipfel, der in den nächsten Jahren niemanden mehr passieren wird.
