Leverkusen verschenkt sieg in freiburg – rolfes nennt die bittere wahrheit

3:3 im Breisgau, und plötzlich steht Bayer Leverkusen mit dem Rücken zur Wand. Die Werkself liefert sich ein Schützenfest mit dem SC Freiburg, verlässt den Platz aber mit einem blauen Auge – und der Gewissheit, dass die Champions-League-Tickets jetzt teurer werden.

Grifo schreibt geschichte, ginter schlägt zu spät

Vincenzo Grifo donnert die Gastgeber mit seinem 105. Pflichtspieltreffer in Führung, ist damit neben Nils Petersen Rekordtorschützer des SC. Doch die Freude währt nur drei Minuten. Christian Kofane gleicht aus, Yuito Suzuki schockt Bayer erneut – und in der 86. Minute setzt Matthias Ginter den Schlusspunkt unter ein Spektakel, das die Leverkusener Defensive in Grund und Boden stampft.

Simon Rolfes hatte vor dem Spiel noch betont, „an der Konstanz müssen wir arbeiten“. Was folgte, war das Gegenteil: vier Tore innerhalb von 14 Minuten, ein offener Schlagabtausch, dem kein Team die Kontrolle abnehmen will. Die Folge: zwei Punkte Verlust, Rang vier nur noch dank des besseren Torverhältnisses.

Die personelle Misere verschärft den Druck. Ohn Patrik Schick, ohne Mark Flekken, ohne Durchsetzungskraft in der Rückwärtsbewegung wirkt Bayer an manchen Stellen wie ein Kollektiv auf Samtpfoten. Janis Blaswich rettet gegen Suzuki, kann aber nicht verhindern, dass Freiburg seine Heimserie auf 16 Partien ohne Niederlage ausbaut.

Arsenal und bayern warten – das programm wird zum stresstest

Arsenal und bayern warten – das programm wird zum stresstest

Mittwoch, Anpfiff 21.00 Uhr: Arsenal im BayArena. Sonntag, 17.30 Uhr: Bayern München. Die Englischen Wochen entscheiden nicht nur über Weiterkommen oder Meisterschäfchen, sondern auch darüber, ob Leverkusen sich im internationalen Geschäft weiter selbst belügen darf. „Es wird eine Reise bis zum Saisonende“, sagte Rolfes – und klang dabei schon wie ein Mann, der weiß, dass die Steilpassfahrt nach oben plötzlich eine Bergfahrt werden kann.

Die Zahlen sind hart: erst zwei Siege aus den letzten sieben Liga-Spielen, 43 Gegentore nach 25 Spieltagen – so viel wie seit der Saison 2011/12 nicht mehr. Xabi Alonso mag von Lernprozessen sprechen, doch die Uhr tickt. Wer zwischen Topspielen patzt, verschenkt am Ende die Saison.

Für Freiburg ist das 3:3 ein Schlag in die Magengrube und ein Schub zugleich. Europa-League-Achtelfinale in Genk steht an, die Serie daheim lebt – und Christian Streich kann sich wieder an der Nase greifen: Seine Mannschaft schafft es, Spiele zu verlieren, obwohl sie nicht verliert. Der SC bleibt ungeschlagen, aber die Punkte liegen auf der Straße.

Leverkusen muss jetzt siegen, sonst wird das kleine Wörtchen „Konstanz“ zum großen Spott. Die Champions-League-Plätze sind kein Selbstläufer, sie sind harte Arbeit – und genau daran scheitert Bayer gerade. Wenn die Abwehr weiter so offen steht wie in Freiburg, werden Arsenal und Bayern die Werkself nicht schonen. Dann wird die Reise, von der Rolfes sprach, schnell zur Rückfahrt ohne Ticket.