Leverkusen jagt historisches champions-league-viertelfinale – hjulmand spricht von einmaliger chance

Kasper Hjulmand hat es schon in Anführungszeichen gesetzt. „Einmalige Gelegenheit“ – das klang im Londoner Regen wie ein Mantra. 24 Jahre nach dem letztenChampions-League-Viertelfinale der Werkself will Bayer Leverkusen am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) im Emirates Stadium den FC Arsenal erneut brennen lassen. „Als Spieler weiß man nicht, wie viele Chancen man auf dieser Bühne bekommt“, sagte der Däne, und sein Blick schweifte kurz zu Kai Havertz, der einst seine Tore für Leverkusen schoss, nun aber im Dress der Gunners lauert.

Die messlatte liegt bei 1:1 – und die luft ist dünn

Die messlatte liegt bei 1:1 – und die luft ist dünn

Ein Unentschieden reicht. Aber ein Unentschieden im Achtelfinale gegen den Tabellenführer der Premier League ist wie ein Seilakt ohne Netz. Die beiden 1:1 der vergangenen Tage – gegen Arsenal im BayArena, gegen Bayern in der Bundesliga – haben Hjulmands Spielern nicht nur Selbstvertrauen, sondern auch ein klares Signal gesendet: „Wir können mit den Besten mithalten.“ Die Frage ist nur: reicht das auch in der Höllenstimmung von North London?

Hjulmand schwört, er sehe „noch mehr Potenzial“. Das klingt nach klassischem Trainerlatein, aber hinter den Kulissen arbeitet die Analytik-Abteilung der Werkself seit Tagen an einer Antwort auf Mikel Artetas Druckmacher. Arsenal wird pressen, wird rasen, wird die Kurve zum 12. Mann machen. „Ich erwarte einen größeren Druck und viel Energie von den Fans“, sagt Hjulmand, doch er weiß auch: Seine Mannschaft hat sich in den vergangenen Wochen immunisiert gegen Lärm. Die Ballack-Generation von 2002 schaffte das Viertelfinale, schaffte sogar das Finale – und verlor damals gegen Real Madrid. Geschichte wiederholt sich nie, aber sie hinterlässt Spuren.

Die Spur führt zurück nach Leverkusen, wo am Dienstagabend Zehntausende vor den Leinwänden hocken werden. Hjulmand wird auf der Bank sitzen, Havertz auf dem Rasen – nur diesmal im feindlichen Rot. Und irgendwo zwischen den Linien wird sich entscheiden, ob Leverkusen endlich wieder in die Riege der europäischen Großclubs aufsteigt oder ob die Geschichte von 2002 nur ein schönes Fossil bleibt. Die Werkself hat nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Die Uhr tickt. Die Chance ist einmalig – und sie läuft in 90 Minuten ab.