Leverkusen in der krise? hjulmand will die werkself neu justieren
Frustration nach dem remis in mönchengladbach
Da saß er, Malik Tillman (23), auf dem Boden im Spielertunnel des Borussia-Parks. Der Leverkusener Spielmacher lehnte an der Wand, die Beine angewinkelt. Wieder und wieder schüttelte er den Kopf – ein Bild der Fassungslosigkeit und Leere. Der Auftritt von Bayer Leverkusen beim 1:1 gegen Mönchengladbach war schlichtweg nicht würdig der individuellen Qualität der Spieler. Besorgniserregend dabei ist, dass es sich keineswegs um einen Ausrutscher handelte.

Rückschritte nach einer starken phase
Diese Erkenntnis scheint Tillman, der im Sommer für 35 Millionen Euro von Eindhoven kam, besonders frustriert zu haben. Leverkusen hatte im Herbst eine positive Entwicklung mit dominanten Spielen gezeigt, doch nun scheint es Rückschritte zu geben. Trotz vier Pflichtspielsiegen in Folge konnte Bayer in keiner der acht Partien des Jahres 2026 über 90 Minuten wirklich überzeugen.

Hjulmand und die mannschaft erkennen das problem
Trainer Kasper Hjulmand (53) und seine Spieler sind sich der Situation bewusst. Die kommende Woche ist daher von besonderer Bedeutung. Bis zur Länderspielpause am 22. März bietet sich eine seltene Gelegenheit – eine Woche ohne Doppelbelastung, vorausgesetzt, Leverkusen übersteht die Play-off-Runde der Champions League gegen Olympiakos Piräus erfolgreich. Der Druck ist hoch, die Defizite in dieser Zeit zu beheben.

Zwei kernaufgaben für hjulmand
Hjulmand hat sich auf zwei Kernaufgaben konzentriert:
- Spielstruktur: Die Linie, wie Bayer sein Spiel aufbaut, die klaren Abläufe und der Umgang mit gegnerischen Strategien, die die Stärken der Werkself neutralisieren.
- Mentalität: Die Konzentration, Widerstandsfähigkeit und Intensität, mit der die Mannschaft ihren Plan durchsetzt und auftritt.
In beiden Bereichen ist schnellstmöglich Verbesserung erforderlich, um die saisonalen Ziele – darunter mindestens der vierte Platz in der Liga – zu erreichen.
Der rückstand auf die champions-league-plätze
Derzeit beträgt der Rückstand auf die Champions-League-Ränge drei Punkte, wobei Leverkusen ein Nachholspiel beim HSV noch vor sich hat. Allerdings bereitet der aktuelle Trend und die Fehlentwicklung momentan größere Sorgen als die Tabelle selbst. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Leverkusen die Kurve bekommt.
Hjulmands klare aufgabenverteilung
Hjulmand hat die Aufgaben klar verteilt: „Wenn wir ein Struktur-Problem haben, wie gegen Frankfurt (3:1-Sieg), ist es meine Aufgabe, die Mannschaft darauf vorzubereiten.“ Er ist verantwortlich für Abläufe, taktische Varianten, Aufstellung und die richtige Positionierung der Spieler. Was er von seinen Spielern erwartet, ist Klarheit, Leidenschaft und Mut. Er fordert sie auf, auch ohne ihn offen zu kommunizieren und Klartext zu reden.
Die spieler müssen ihren teil beitragen
„Zweikämpfe, Sprints, Intensität und Mentalität gehören auch zum Fußball“, betont Hjulmand. Das ist die Aufgabe der Spieler. Das bevorstehende Heimspiel gegen St. Pauli wird zeigen, in welche Richtung sich Leverkusen entwickelt und ob die Maßnahmen von Hjulmand greifen. Es ist ein Schlüsselspiel, um die Trendwende einzuleiten und die Ziele für die Saison zu erreichen.
