Leipzigs katastrophe: rot, rückstand, reality-check
Der SC DHfK Leipzig feierte seinen 15-jährigen Fanclub „Feuerball“ mit einem Tiefschlag gegen sich selbst. Die 28:35-Pleite gegen den Bergischen HC schickt den Bundesliga-Dino mit sieben-Millionen-Etat auf direktem Weg in die 2. Bundesliga – und das vor eigenem Publikum.
Dean bombac dirigiert leipzigs begräbnis
Der slowenische Regisseur zeigte, warum der BHC trotz sechs Niederlagen in Serie vor dem Spiel noch Atem hatte. Bombac zerlegte die DHfK-Abwehr wie ein Puzzle, während Keeper Christopher Rudeck den Ball innerhalb von 60 Minuten öfter festhielt als Leipzigs komplette Deckungsblock.
Die Zahlen sind gnadenlos. Nach zehn Minuten stand es 5:5, dann brach Domenico Ebner als erster Leipziger Torhüter zusammen. Ersatzmann Tomas Mrkva bekam dieselbe Diagnose: Schusshunger. Als hätten sie sich abgesprochen.
Der Knackpunkt folgte auf Minute 23. Kreisläufer Tim Hertzfeld riss Joshua Thiele mit einem Tackle vom Format „Mach mal Pause“ nieder – Rot. Mit einem Mann weniger versickerte jede Kontrolle. Die Pause bei 14:16 war ein Witz, der keiner mehr war.

Funktionäre fluchen, fans verstummen
Geschäftsführer Karsten Günther schlug hinter dem Kampfgericht die Arme wie ein Schiedsrichter, der selbst pfeifen will. Die 5280 Zuschauer im Arena Leipzig erlebten, wie Julian Fuchs mit dem 24:29 den Sarg endgültig zumachte. Kein Jubel mehr, nur noch das dumpfe Gefühl: Das war’s.
Die Lizenz für die nächste Bundesliga-Saison liegt zwar schon beim DHB, doch die Rechnung mit sieben Millionen Euro wird zur Scherenschnitt-Illusion. Der Abstieg droht nicht mehr – er klopft bereits an der Kabinentür.
Trainer Frank Carstens, Assistenz Matthias Albrecht und Milos Putera stapften mit Gesichtern wie Beton in die Pause. Danach kam nichts mehr als heiße Luft. Leipzig rannte, der BHC spielte. Fertig.
Der Aufsteiger aus Wuppertal feiert einen Befreiungsschlag, während Leipzig den Spieltag als Tabellen-Vorletzter verlässt. Die DHfK-Profis schlichen nach dem Abpfiff mit leeren Augen über den Parkett – Geburtstag im Kreißsaal der Zweitklassigkeit.
Für Leipzig bleibt nur die Eiszeit der Winterpause, um sich zu fragen, wofür sie die Lizenz überhaupt eingereicht haben. Die Antwort liegt auf dem Feld: Sie haben sie verspielt – Rot für Rot.
