Leapmotor t03 van: stromer-kradschleuder für den stadtverkehr?

München – Der chinesische Hersteller Leapmotor wagt den Angriff auf das Segment der leichten Nutzfahrzeuge mit dem T03 Van. Ein Elektro-Kastenwagen, der auf Effizienz und Preisgestaltung setzt und nun offiziell in Produktion geht. Doch kann er sich gegen etablierte Konkurrenten behaupten?

Ein ableger der t03 – aber für den job

Ein ableger der t03 – aber für den job

Der Leapmotor T03 Van basiert auf der bekannten T03, einem kompakten Elektroauto für den Personentransport. Der wesentliche Unterschied liegt im Heck: Wo bei der T03 Rücksitze Platz haben, befindet sich beim Van ein Laderaumvolumen von bis zu 657 Litern. Die äußeren Abmessungen bleiben indes gleich – 3,62 Meter Länge, 1,65 Meter Breite und 1,57 Meter Höhe. Das macht ihn ideal für den innerstädtischen Lieferverkehr, wo Wendigkeit gefragt ist.

Die Produktion ist ein hybrides Modell: Die Fahrzeuge werden zunächst in China in einer sogenannten „N1-Incomplete“-Konfiguration gefertigt, ohne Rücksitze und Sicherheitsgurte. Anschließend werden sie nach Italien, genauer gesagt in den Stellantis-Werk Mirafiori, transportiert. Dort erfolgt der Ausbau zum Nutzfahrzeug: Installation einer Trennwand und der Laderaumverkleidungen unter Einhaltung der N1-Homologationsstandards.

Ein Preis, der ins Auge fällt

Der Clou am Leapmotor T03 Van ist der Preis: Ab 14.590 Euro ist er einer der günstigsten Elektro-Transporter auf dem Markt. Ob dieser Preis sich durch die Produktion in zwei Ländern und die Logistik wirklich rechnet, bleibt abzuwarten. Das Powertrain ist bekannt: Ein Elektromotor mit 95 PS (70 kW) und 158 Nm Drehmoment, gespeist von einer 37,3 kWh Batterie, verspricht eine Reichweite von bis zu 256 km im WLTP-Zyklus. Das ist ausreichend für die meisten innerstädtischen Einsätze.

Die Ausstattung ist solide, mit einem 10,1-Zoll-Infotainment-Display, elektrischer Handbremse, Klimaanlage und Rückfahrkamera. Die N1-Version verzichtet auf das Panoramadach und erhält stattdessen schwarze Stahlfelgen. Freiheiten für die Umweltzonen und die geringen Betriebskosten machen ihn zu einem attraktiven Werkzeug für Handwerker und Kurierdienste.

Doch die Frage ist: Kann Leapmotor mit diesem Preisvorteil wirklich Fuß fassen? Der Markt für Elektro-Transporter wird immer umkämpfter, und etablierte Hersteller wie Mercedes, Ford oder auch Stellantis selbst bieten mittlerweile eine breite Palette an Alternativen. Der T03 Van ist ein mutiger Schachzug, der zeigen wird, ob sich eine globale Produktion und eine Fokussierung auf den unteren Preissegment lohnen.

Die Zeit wird es zeigen, ob der Leapmotor T03 Van tatsächlich eine Kradschleuder für den Stadtverkehr wird oder ob er lediglich ein kurzfristiger Preisfaktor bleibt. Die ersten Bestellungen sind möglich – und die ersten Testergebnisse werden mit Spannung erwartet.