Lea wagner erwartet töchterchen und will trotzdem vor der kamera stehen
Die ARD-Sportmoderatorin Lea Wagner trägt ein kleines Trikot unter dem Herzen. Nach exklusiven Informationen von SPORT BILD bekommt die 31-Jährige im Spätsommer eine Tochter – und plant bereits die Rückkehr in die Sportschau, Baby an der Hüfte.
Wer glaubt, Schwangerschaft bedeute Sendepause, kennt Wagner schlecht. Noch während der Olympischen Spiele in Paris schlief sie statt Redebedarf durchschnittlich zehn Stunden, um morgens topfit die Wintersport-Highlights zu moderieren. „Ich war meistens vor 21 Uhr im Bett“, verrät sie. Der Grund: Ihr Körper verlangte nach Energie für zwei.
Die hochzeit lag gerade einen monat zurück
Die Nachricht vom Nachwuchs überrascht nur auf den ersten Blick. Wagner heiratete im Dezember, und schon während der Vierschanzentournee flüsterte sie Kollegen zu, dass das nächste Abenteuer lauere. „Erst die vielen sportlichen Höhepunkte, bei denen ich dabei sein durfte – und dann wartet im Sommer noch ein privates Highlight auf uns“, sagt sie. Wer der Ehemann ist, behält sie für sich. „Privat soll einfach privat bleiben“, stellt sie klar, bevor Fragen aufkommen.
Die gebürtige Kölnerin wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen (11. Juni bis 19. Juli) zwar nicht vor Ort sein, aber aus dem ARD-Hauptstadtstudio berichten. Die technische Leitung hat bereits ein mobiles Kinderzimmer neben dem Regieraum eingeräumt. Nach der Babypause geht’s direkt weiter: Mitte November steht Wagner wieder in Klingenthal, Oberstdorf und Garmisch vor der Kamera – dann möglicherweise mit Trage statt Teleprompter.

Der sport zieht sich durchs wohnzimmer
Für Wagner ist die Balance kein Neuland. Schon als Studentin jobbte sie parallel zum Training im Skiclub, um sich die Reisen zu den Weltcups leisten zu können. Heute pendelt sie zwischen Live-Schaltung und Laufgitter – und findet das normal. „Ich bin aufgewachsen mit dem Geruch von FIS-Punkten und Kugelschreiber“, scherzt sie. Ihre Mutter war Leichtathletik-Trainerin, der Vater Statistiker beim Deutschen Skiverband.
Die Quote dankt es ihr. Seit Wagner Teil der festen Sportschau-Crew ist, kletterte der Marktanteil in der Zielgruppe 14-49 um 1,3 Prozentpunkte. Zuschenderfahrungen zeigen: Sie erklärt Abfahrtsläufe so, dass selbst Zufallsgucker die Kantenwinkel mitbekommen, ohne dass es belehrend klingt. Diese Mischung aus Fachkompetenz und Kölner Lässigkeit macht sie unverzichtbar – auch mit Babybauch.
ARD-Sportchef Steffen Simon beschreibt die Moderatorin als „Nerv der Sendung“. Er habe schon vor Jahren intern gesagt: „Wenn Lea mal fehlt, merken wir es am Puls der Zuschauer.“ Nun bekommt der Puls ein zweites kleines Herz. Simon bestätigt, dass die Redaktion flexible Schichtmodelle vorbereitet. „Wir wollen Familie und Spitzensport unter einen Hut bringen – oder besser: unter eine Babytrage.“
Die Geburt soll in Berlin erfolgen, geplant ist ein Kaiserschnitt Ende August. Wagner selbst lacht über Terminpläne: „Bei uns läuft nichts nach Plan – außer der Sendeplan.“ Bis dahin heißt ihr Motto: Erst Weltmeisterschaft, dann Wickelkurs. Und wenn die Skispringer wieder durch die Luft fliegen, fliegt sie mit ihnen – nur dass ihr dann wohl jemand an der Hand hält, der gerade mal 60 Zentimeter groß ist.
