Lazio-auswärtsspiel in mailand: sarri baut not-lösung mit innenverteidiger im mittelfeld
Maurizio Sarri schiebt erneut einen Verteidiger ins Zentrum, weil ihm die Mittelfeld-Rotation ausgeht. Ohne Romagnoli rückt Provstgaard in die Viererkette, Patric soll im defensiven Mittelfeld dirigieren – eine Notlösung, die den Gegner freut.
Romagnoli fällt aus, provstgaard springt ein
Die Bilanz der Lazio-Ärzte liest sich wie ein Lehrbuch für Sportverletzungen: Hämatom am Wadenkopf, leichte Muskelverletzung, Entzündung der Patellasehne. Alessio Romagnoli wird nach dem heimlichen Pokal-Comeback gegen Atalanta wieder passen müssen. An seiner Stelle spielt der Däne Niclas Provstgaard, 23 Jahre alt, 1,90 m groß, bislang 90 Serie-A-Minuten. Er wird an der Seite von Mario Gila die Abwehrlinie formen, die gegen Milan erstmals seit Wochen wieder vor 50.000 Zuschauern im Olympico steht.
Die Fans hatten ihre Boykott-Drohung zurückgezogen, nachdem der Klub die Ticketpreise für Kurve-Nord um 20 Prozent senkte. Das Stadion wird voll, die Lazio aber personell lückenhaft.

Patric als regisseur – ein experiment mit risiko
Im Zentrum fehlt weiter Niccolò Rovella, der nach seiner Schulter-Operation noch drei Wochen Pause benötigt. Danilo Cataldi zog sich im Spiel gegen Sassuolo einen Wadenstrangriss zu und fällt bis nach der Länderspielpause aus. Sarri testete diese Woche zwei Szenari: Entweder Patric als alleiniger Sechser oder Niklas Taylor gemeinsam mit dem 19-jährigen Talent Luka Belahyane. Der Coach entscheidet sich offenbar für Variante eins, weil er Ballsicherheit vor der Abwehr braucht. Patric, 31, lief in der zweiten Hälfte gegen Sassuolo bereits als „False 6“ auf und gewann 13 von 16 Zweikämpfen – doch seine Passquote nach vorne lag nur bei 71 Prozent.
Die Alternative Basic scheidet aus. Trotz guter MRT-Bilder meldet der Kroate weiter Schmerzen an der Patellasehne. Sarri sprach von „einer Entzündung, die sich weigert zu gehen“. Die medizinische Abteilung hatte gehofft, ihn mit Kortison-Infusionen fit zu bekommen; stattdessen droht ein erneuter Rückschlag.

Maldini junior wird zur notlösung im sturm
Weil Ciro Immobile nach seiner Sprunggelenks-Operation nur Einheiten auf dem Laufband absolviert, rückt Daniel Maldini in die Sturmmitte. Der 22-Jährige traf am vergangenen Montag gegen Sassuolo mit seinem ersten Lazio-Tor. Sarri begründete die Umstellung mit der „fehlenden Sprintfrequenz für die Außenbahn“. Maldini wird damit zum fünften Mal gegen den Klub seines Großvaters Cesare und seines Vaters Paolo antreten. Sein bisheriger Bilanz: ein Sieg mit Monza, ein Tor mit Spezia. Das Duell Milan-Lazio wird damit zur Familien-Saga im leeren Mittelfeld der Gäste.
Die Statistik spricht gegen Lazio: Ohne Romagnoli kassierte die Defensive in den letzten elf Spielen 16 Gegentore – drei mehr als mit ihm. Sollte Patric patzen, steht kein echter Sechser mehr auf der Bank. Sarri muss mit einem 4-4-2 ohne echte Filter-Position auskommen. Die Milan-Offensive um Rafael Leão wird das wissen – und nachsetzen.
