Lazio sucht erlösung im pokal gegen atalanta

Es ist ein Duell zweier Mannschaften, die sich gerade in völlig unterschiedlichen Welten befinden. Atalanta Bergamo empfängt am Dienstagabend in der Coppa Italia die Lazio Rom – und der Kontrast könnte kaum größer sein. Auf der einen Seite ein Team, das trotz des jüngsten Stolperers gegen Sassuolo aus einer Welle des Erfolgs schöpft. Auf der anderen: eine Lazio-Mannschaft, die in der Serie A bislang weit hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben ist.

Sarri braucht diesen abend mehr als gasperini

Für Maurizio Sarri geht es um mehr als nur ein Weiterkommen. Der Trainer der Römer weiß, dass eine erfolgreiche Coppa-Italia-Kampagne das einzige Mittel sein könnte, um diese enttäuschende Saison noch irgendwie zu retten. Der Druck liegt schwer auf seinen Schultern – und das spürt man in jedem Training, in jedem Interview, in jeder taktischen Entscheidung.

Gian Piero Gasperini hingegen steuert auf ein vertrautes Ziel zu. Die Bergamasken stehen vor der Möglichkeit, zum vierten Mal in acht Jahren das Finale zu erreichen. Das ist kein Zufall, das ist Kultur. Atalanta hat in diesem Jahrzehnt eine Siegermentalität entwickelt, die sich nicht einfach durch einen schlechten Ligaspieltag erschüttern lässt.

Die form spricht eine klare sprache

Wer die Tabellen und Ergebnisse der letzten Wochen betrachtet, kommt an einer Erkenntnis nicht vorbei: Atalanta hat sich gerade erst für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert und eine beeindruckende Aufholjagd in der Liga hingelegt. Lazio dagegen schleppt sich durch die Saison wie ein Läufer mit Steinschuhen. Die Statistiken, die Auftritte, die Stimmung – alles deutet auf einen Favoriten hin, und der trägt Schwarz und Blau.

Trotzdem: Der Pokal schreibt seine eigenen Geschichten. Gerade Mannschaften, die nichts mehr zu verlieren haben, spielen manchmal mit einer Freiheit, die Favoriten nervös macht. Ob Lazios Hunger nach Wiedergutmachung ausreicht, um Bergamos Maschinerie zu stoppen – das beantwortet der Rasen, nicht die Prognose.

Eines steht fest: Wenn Lazio heute Nacht scheitert, wird die Frage nach Sarris Zukunft in der Hauptstadt lauter werden. Sehr laut.