Lda packte aus: beinahe wäre er für juventus aufgelaufen, statt für sanremo zu singen

LDA, der neapolitanische Popstar, der gerade mit Aka7even das Sanremo-Festival bebte, stand vor Jahren vor einer ganz anderen Karriere: der des Juve-Profi. Ein Scout der Alten Dame hatte den damaligen Mittelfeldspieler beobachtet, Beratergespräche lagen in der Luft, Medizinchecks waren nur eine Unterschrift entfernt.

Dann kam alles anders. „Ich war kurz davor“, sagt LDA im Interview mit Calciomercato.com, „aber das Schicksal wollte es anders.“ Statt des schwarz-weißen Dresses wählte er Mikrofon und Gitarre, verabschiedete sich vom Ball und schrieb Hits wie „Casa di Carta“. Die Entscheidung fiel nicht leicht, erklärt er, aber sie war endgültig: „Ein paar Monate später habe ich den Fußball an den Nagel gehängt.“

Warum der transfer nie stattfand

Juventus suchte damals nach kreativen Sechsern, LDA galt als technisch versierter Linksfuß mit Überblick. Doch die Verhandlungen verliefen zäh, die Ablöse wurde hoch geschraubt, und seine Familie drängte auf einen Studienabschluss. „Mein Vater wollte, dass ich etwas Handfestes in der Tasche habe“, so LDA. Der Scout erhielt ein Absagefax, das Archiv der „Bianconeri“ trägt seinen Namen bis heute als „interessant, aber nicht realisiert“.

Für die Fans ist das Foto, das ihn in Juve-Trikot montiert zeigt, nur ein Fake. Für LDA ein Déjà-vu. „Manchmal träume ich noch von einem Champions-League-Abend in Turin“, gesteht er, „dann wache ich auf und habe stattdessen eine neue Melodie im Kopf.“

Von der tribüne zur charts-spitze

Von der tribüne zur charts-spitze

Der Umstieg vom Rasen zur Bühne gelang rasend schnell. 2019 landete seine Single „Panico“ auf Platz zwei der italienischen Streaming-Charts, 2021 folgte das Gold-Album „Giovane“ – und plötzlich stand er selbst in Sanremo auf der ganz großen Fußball-Bühne des Ariston. Dort, wo einst Totti applaudierte, jubelte jetzt ein Publikum, das seine Texte mitsang, statt seine Tore zu feiern.

Ob er je bereut habe? „Nie“, sagt LDA und lacht. „Stell dir vor, ich würde jetzt in der Serie A jagen und mein Knie wäre schon zweimal kaputt. Stattdessen reise ich mit meiner Band und habe zwei gesunde Menisken.“ Die Juve-Zeit bleibt ein Kapitel für sich – geschrieben in einem Paralleluniversum, in dem seine Songs vielleicht nur Karaoke-Versionen der Stadionhymne wären.

Die Serie A verlor einen potenziellen Spielmacher, der italienische Pop gewann einen Shootingstar. Und LDA? Der steht heute auf Brettern, die die Welt bedeuten – nicht auf Rasen, dafür aber vor 3,2 Millionen Hörern pro Monat auf Spotify. Das ist die beste Antwort auf alle Fragen, die nie gestellt wurden.