Lawine verschüttet italiener in tirol – partner überlebt mit schrecken
Ein 41-jähriger Italiener ist am Samstagnachmittag unter dem Hoher Marchkopf in Hochfügen (Zillertal) von einer spontan abgehenden Schneebrettlawine erfasst und getötet worden. Sein 36-jähriger Begleiter konnte sich nur knapp retten, blieb leicht verletzt und löste sofort Alarm.
Der hang zeigte schon morgens risse
Die beiden Tourengeher hatten sich gegen 15.30 Uhr von der Gipfelregion in Richtung Latscheggalm abseits der präparierten Pisten gewagt. Laut Lawinenkommission war die Gefahrenstufe an diesem Tag Stufe 3 – erheblich; speziell oberhalb von 2.000 Metern hatte sich ein kantiges, windverdichtetes Schneefeld auf losem Altschnee gebildet. Die Abgänger kümmerte das offenkundig wenig – ein Fehler, der in der Region schon häufiger tödlich endete.
Das Schneebrett brach 100 Meter unterhalb des Gipfels, riss eine 250 Meter breite Flanke mit sich und begrub den 41-Jährigen unter 1,50 Metern Pulverschnee. Der Hubschrauber der Bergrettung Zillertal war binnen 15 Minuten vor Ort, doch die Notärzte konnten nur noch den Tod feststellen. „Bei dieser Lagedauer war jede Reanimation futsch“, sagt Einsatzleiter Klaus Noggler nüchtern.

Keine zufallstragödie – ein bekanntes risikogebiet
Der Hoher Marchkopf gilt unter Insidern als „Zahltag“-Häng: Wer hier spätestens um Mittag nicht wieder in der Senke steht, spielt mit dem Thermik-Fenster, das Feuchtigkeit und Temperaturwechsel in die Tiefe bringt. Genau das passierte am Samstag: Plusgrade in 1.800 Metern, Sonne auf streifigem Firn, dazu Westwind – ideale Zutaten für plate-shaped Avalanches, wie sie Lawinenwarn-Apps seit Tagen anzeigten.
Der überlebende Italiener stammt aus Brixen, sein verstorbener Freund aus der Region Venedig. Beide waren lokalen Quellen zufolge erfahren, aber nicht auf Alpine Touren spezialisiert. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ordnete eine Obduktion an, das Skimaterial wurde sichergestellt. Die Körper wurden in die Heimat überführt.
Die Lawine war die zweite Todeslawine innerhalb einer Woche im Tiroler Zillertal. Die Zahlen sprechen für sich: Seit Wintersaisonbeginn zählt Österreich bereits 24 Lawinentote – ein Drittel mehr als im Vorjahr. Wer jetzt noch auf Warnungen pfeift, spielt nicht mit dem Schnee, sondern mit dem Leben.
