Laura kluge rockt boston: deutsche eishockey-star erlebt mega-boom live mit
17.800 Zuschauer im Boston Garden – Laura Kluge steht kurz vor dem größten Spiel ihrer Karriere. Die 28-jährige Berlinerin spielt am 11. April mit dem Boston Fleet gegen Montreal Victorie im Tempel der NHL. Die Karten sind weg, die NHL-Stars gucken neidisch auf die Frauen-Liga, und Kluge lacht: „Das ist kein Traum mehr, das ist Realität.“
Olympia-effekt trifft nordamerika
Nach dem Gold-Coup der USA gegen Kanada im Februar kocht die PWHL. Das Finale sahen in den USA 7,7 Millionen Menschen, in Kanada 4,2 Millionen – beides Rekorde. Die Liga meldet jetzt einen Schnitt von 11.337 Zuschauern pro Partie. Kluge spürt den Hype jeden Tag: „Die Stadien sind voll, die Kids wollen Autogramme, die Medien stehen vor der Kabine.“
Der Seattle Storm zog 17.335 Fans in die Halle, der Madison Square Garden ist am 4. April komplett ausverkauft. Die New York Sirens gegen Seattle Torrent ist das erste Frauen-Spiel in der Myth-Arena von Manhattan. Kluge wird vor dem TV sitzen – und eine Woche später selbst aufs Eis gehen.

Deutsches duell mit sandra abstreiter
Dann trifft sie im Boston Garden auf Sandra Abstreiter, ihre Nationalteam-Kollegin aus Kanada. 17.800 Tickets weg, NHL-Dimension. „Wir kennen uns aus zig Länderspielen, jetzt duellieren wir uns vor ausverkaufter Kulisse“, sagt Kluge. Mit dabei bei Fleet: Olympiasiegerinnen wie Megan Keller und Aerin Frankel. Die Gegnerin Hilary Knight war nach dem Gold sogar bei den Oscars – das zeigt, wie sehr die Liga in der Popkultur angekommen ist.
Die Zahlen sprechen für sich: Erstmals übersprang die US-Statistik die Marke von 100.000 gemeldeten Eishockey-Spielerinnen. Kluge nickt: „Das ist keine Bubble, das ist ein neuer Markt.“ Sie hofft auf zwölf Teams statt heute acht und auf regelmäßige NHL-Arenen. „Wenn wir so weitermachen, wird das Normalität.“
Sie selbst genießt jeden Schritt. Vor zweieinhalb Jahren noch in der gescheiteten DFEL, heute Star in der stärksten Frauenliga der Welt. „Ich bin Berlinerin, aber Boston ist mein zweites Zuhause geworden“, sagt sie. Am 11. April schlägt ihr Herz noch schneller. Dann steht sie im Heiligtum der Bruins – und beweist, dass Frauen-Eishockey längst angekommen ist.
