Tolisso weint: der traum von lyon-titel zerbricht an celta vigo
Die Tränen kamen, als die letzten Pfiffe verklungen waren. Corentin Tolisso stand auf dem Rasen von Groupama Stadium, die Hände vorm Gesicht, und sein Lebensziel rutschte erneut in weite Ferne. Olympique Lyon, sein Herzensklub, war in der Europa League an Celta Vigo gescheitert – 0:2 im Rückspiel, nachdem das Hinspiel noch 1:1 geendet hatte. Die Rote Karte gegen Moussa Niakhaté in der 19. Minute war der Funke, der das europäische Feuerwerk der Franzosen löschte.
Die wiederholte albtraumnacht von lyon
Schon vor zwölf Monaten hatte Lyon in der Verlängerung gegen Manchester United das Aus kassiert, damals mit 4:5. Wieder ein Platzverweis, wieder ein abruptes Ende. Die französische Presse sparte nicht mit Dramatik: „Eine Albtraumnacht nach der anderen“ titelte L’Équipe und erinnerte daran, wie sehr der Klub mit seinen Emotionen auf der Achterbahn fährt. Für Tolisso war der Moment besonders bitter – er hatte im Sommer 2024 noch erklärt: „Seit ich hier bin, will ich mit OL einen Titel gewinnen. Das ist mein Lebensziel.“
Doch die Saison verläuft bisher wie ein Albtraum im Dauerserien-Modus. In der Ligue 1 liegt Lyon zehn Punkte hinter Paris Saint-Germain auf Rang vier und muss um die Champions-League-Qualifikation zittern. Im Coupe de France schied das Team Anfang März im Elfmeterschießen aus. Die Europa League war also die letzte echte Chance auf Silber – und die ist nun passé.

Tolisso trägt die hoffnung allein
Individuell läuft es für den 31-Jährigen blendend: elf Tore in dieser Spielzeit, stabil in der Zentrale, mit Kapitänsbinde. Doch was nützt die beste Form, wenn der Klub auf der Stelle tritt? RMC Sport schrieb nach dem Abpfiff: „Man musste nur die Tränen von Corentin Tolisso sehen, um zu verstehen, wie sehr OL auf diese Europa League gesetzt hatte.“
Sein Vertrag läuft noch bis 2027 – genug Zeit, um erneut anzugreifen. Aber der Sport ist kein Wunschkonzert. Und Tolisso weiß: Mit jedem Jahr, das verstreicht, wird die Uhr lauter. Die Frage ist nicht, ob er sich anstrengt, sondern ob das Schicksal ihm endlich einmal hold ist. Lyon wird wieder auftreten, Tolisso wird wieder laufen. Doch der Titel, der ihm so viel bedeutet, bleibt vorerst ein Fernduft – und die Tränen von gestern die bittere Erinnerung daran.
