Laporte packt aus: „ich wollte unbedingt gegen argentinien spielen“
Er ist der Boss. Aymeric Laporte, 30, Innenverteidiger, Sprachrohr, Stimmungsmacher – und der Mann, der Spaniens Abwehr seit drei Jahren zusammenhält. Im Interview mit Chema Rey blickt er zurück auf die Tränen von Katar, den verpassten Traum vom Duell gegen Argentinien – und darauf, warum die „Roja“ 2026 nicht mehr nur mitfahren, sondern gewinnen will.
„Ich wollte das finale, punkt“
Die Finalissima 2022? Fehlanzeige. Statt Laporte gegen Messi gab es nur Platz zwei im Ranking der Schönheit. „Ich wollte spielen, klar“, sagt er, ohne Umschweife. „Ein Trophäen-Spiel gegen den Südamerika-Champion – das ist das, wofür du Fußballer wirst.“ Argentinien? „Sind auch nur Champion. Wir auch. Aber wir hätten uns gern bewiesen, wer stärker ist.“
Die Niederlage gegen Marokko im Elfmeter-Krimi von Katar sitzt tief. „Ich habe geweint wie ein kleines Kind“, gibt er zu. „Aber Tränen trocknen schneller, wenn du weißt, dass das nächste Turnier schon vor der Tür steht.“

Warum spanien heute nummer eins ist – und warum das gefährlich wird
Die FIFA-Weltrangliste? „Früher waren wir nicht mal Top 10, heute stehen wir ganz oben. Das haben wir uns erarbeitet“, sagt Laporte. „Aber die Pole-Position bedeutet Druck. Jeder will den Champion schlagen.“ Die Lösung: „Wir spielen unser Spiel, egal ob wir Erster oder Letzter sind. Stil und Sieg – das ist nicht verhandelbar.“
Die jungen Wilden um Gavi und Lamine Yamal schauen auf ihn. „Ich bin kein Pfarrer, aber ich erzähle ihnen, dass Talent allein keine Trophäe trägt. Du musst bereit sein, dir die Zähne auszubeißen.“

Arabien, kritik, tiktok – und das label „boss“
Sein Zwischenstop in Saudi-Arabien? „Lehrreiche Auszeit. Ich nehme alle Entscheidungen selbst, ich bereue nichts.“ Die Kritik nach der EM? „Meine Familie liest mit, meine Kinder fragen, warum Papa plötzlich 'schlecht' ist. Das frisst Energie. Antwort: weitermachen, Bälle köpfen, Titel holen.“
TikTok-Duelle mit den Kids? „Mittlerweile bin ich zu alt für 15-Sekunden-Clips. Aber wenn sie sagen ‚Boss‘, bin ich dabei. Befehlston? Vielleicht. Hauptsache, sie hören zu.“
Und ja, er habe sich die Finalissima mit Argentinien erhofft. „Aber das nächste große Schaufenster ist der Weltpokal 2026. Dort will ich nicht nur dabei sein – ich will als Sieger vom Platz gehen.“
