Lange-debüt mit 76:49 gegen südkorea: dfb-frauen starten road to berlin souverän

Keine Nervosität, keine Eiszeit – nur ein Auftritt, der lautstark ankündigt, dass Olaf Lange zurück ist und mit seiner Rückkehr bei den deutschen Basketball-Frauen direkt Tempo vorgibt. 76:49 (40:20) heißt es nach 40 Minuten gegen Südkorea, und die Zahl 27 Differenz verrät weniger als das, was zwischen den Sequenzen passierte: ein Kollektiv, das seine körperliche Überlegenheit in ein Geduldsspiel verwandelte und dabei schon erste Antworten auf die Frage liefert, warum man im September in Berlin wieder Medallien verteilt.

Frieda Bühner war es, die den Plan aufs Parkett schrieb. Die 21-jährige Spanien-Legionärin tippte bei MagentaSport vor dem Sprungball ein: „Wir müssen unseren Größenvorteil nutzen und physisch spielen.“ Neun Punkte hatte sie schon nach dem ersten Viertel auf dem Konto, am Ende standen 21. Die Asiatinnen trafen zunächst dreimal hintereinander aus der Distanz, doch sobald das deutsche System mit Zonenpressung und frühem Switch funktionierte, zerplatzte der koreanische Rhythmus wie ein Seifenblasenkontakt.

Langes system trägt schon spuren – trotz personalnot

Der neue alte Bundestrainer verordnete ein 4-out-1-in, das die Center weit aus der Zone zieht und den Ball reversiert, bis ein Vorhand-Vorteel entsteht. Ohne Satou Sabally, ohne Marie Gülich, dazu die Ausfälle von Luisa Geiselsöder, Laura Zolper und Lina Sontag, wirkte die Rotation auf Papier dünn. Stattdessen erzielten Leonie Fiebich (16) und Nyara Sabally (11) ebenfalls zweistellig und demonstrierten Tiefe, die Lange in den vergangenen Wochen in der Sportschule Kienbaum gezielt aufgebaut hat.

Der Bruch nach der Pause? Ein 0:6-Run, fünf Minuten ohne Korberfolg. Die Astroballe wurde kurz zum Schreckraum, doch der Vorsprung war bereits so groß, dass selbst ein verregneter dritter Abschnitt die Partie nicht mehr kippen konnte. Lange selbst stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, schrie keine Playsets, sondern winkte ab: „Weiterspielen, weiterspielen“, war seine Devise. Die Spielerinnen verstanden, setzten die Post-Ups wieder konsequenter und fuhren den Abstand bis auf 29 Punkte hoch. Das ist keine Schönheit, es ist Effizienz.

Am donnerstag winkt der erste kleber-test gegen philippinen

Am donnerstag winkt der erste kleber-test gegen philippinen

Die Bilanz nach Spiel eins: 44 Rebounds, 15 Offensiv, dazu 18 zweite Chancen und nur neun Ballverluste im letzten Viertel. Lange wird die Film-Session kurz halten, die Fehler liegen auf dem Tisch, die Lösungen auch. Gegen die philippinische Mannschaft, die gegen Frankreich 92:37 verlor, erwartet das DBB-Team ein anderes Tempo, aber dieselbe Aufgabe: System verinnerlichen, Rollen klären, Minuten verteilen. Denn am Ende der Road to Berlin steht nicht nur die Teilnahme, sondern die Medaille – und dafür braucht es mehr als nur einen souveränen Auftakt.

Die Heim-WM vom 4. bis 13. September wird die dritte Großveranstaltung binnen 13 Monaten für diese Generation. Olympia-Platz sieben, EM-Rang fünf, nun der Anspruch auf Podest. Die Zahlen stehen, das Gefühl auch: Wer so startet, kann auch enden, womit er begonnen hat – mit einem klaren Statement.