Laliga-clubes küren die kreativsten köpfe des jahres – atlético und celta räumen ab
21 Trophäen, eine Jury aus Konkurrenten und ein klares Signal: Spanische Fußballklubs verwandeln Stadien in Eislaufbahnen, spenden Logo-Plätze für kranke Kinder und lassen japanische Zeichentrick-Helden über die Trikots wirken. Die fünfte Club-Tagung von LaLiga wurde zur Schau des unternehmerischen Wahnsinns – und zur Abrechnung mit dem Vorjahr.
Atlético setzt die latte für event-kultur neu an
Madrid on Ice klingt nach PR-Gag, ist aber die größte Eisfläche Europas mitten im Stadion – und bescherte Atlético den Sieg in der Kategorie „Bestes Event“. Die Pista de hielo zog 65.000 Besucher an, generierte 2,3 Millionen Euro Merchandising-Umsatz und 37 Millionen Social-Media-Impressions. Konkurrent Mallorca kam mit einem Popkonzert für sein neues Trikot auf Platz zwei. Leganés schließlich platzierte sich mit einem Rugby-Länderspiel gegen Irlanda – im eigenen Fußballtempel – auf Rang drei. Drei Sportarten, ein Rasen, null Logistik-Patienten. Die Botschaft: Wer seine Infrastruktur flexibel denkt, kann zweimal kassieren – Eintrittsgelder plus TV-Rechte.

Celta und betis zeigen, wie hospitality und asien-marketing funktioniert
Bei VIP-Erlebnissen ging der Celta Vigo mit der Sky Marcador Club-Lounge an die Spitze: 180 Plätze direkt über den Eckfahnen, Catering von Michelin-Köchen, Preis pro Kopf: 950 Euro pro Spiel – ausverkauft bis 2027. Atlético folgt mit dem Tunnel Club, Betis erobert dank einer Anime-Kooperation mit Naruto die asiatische Fanbase und gewinnt bei den internationalen Aktivierungen. Ergebnis: 34-prozentiger Umsatzanstieg im Online-Shop in Japan innerhalb von vier Wochen.

Racing santander rückt kranke kinder ins rampenlicht
Der wohl emotionalste Award: Donantes de Logo. Racing ersetzte sämtliche Trikot-Werbeflächen durch die Namen von 4.312 Organ-wartenden Kindern – und erhielt dafür 1,2 Millionen Euro an Crowdfunding-Spenden. Die Aktion ging viral, die Wartezeit für spanische Transplantationen sank statistisch um 11 %. Barça und Valencia folgen mit Autos- und Bier-Markenkooperationen, bleiben aber konventionell.
21 Preise, ein fazit: spanische klubs denken wie start-ups
Keine der prämierten Ideen war zufällig. Alle Projekte lieferten harte KPIs: Merchandising-Plus, neue Sponsoren, TV-Quoten, Follower-Wachstum. Die Jury – die Klubs selbst – belohnte Mut statt Etat. Wer jetzt glaubt, Fußball lebe nur von TV-Geldern, verpasst die zweite Einnahmequelle: Erlebnisökonomie. Die Zahlen sind gesetzt, die Nachahmer werden kommen – und die Fans zahlen freiwillig drauf.
