Lakers blockieren mit nasenspitze und kleinem zeh – fribourg stottert vor 0:2

Die SC Rapperswil-Jona Lakers liegen 2:0 vor dem HC Fribour-Gottéron, und die Liga fragt sich, wie das möglich ist. Die Antwort ist keine Taktikfinesse, sondern ein Defensivkrawall, bei dem jeder Körperteil eingesetzt wird – selbst der kleine Zeh.

Schwarz zieht den hut vor der mauer um nyffeler

Schwarz zieht den hut vor der mauer um nyffeler

MySports-Experte Ueli Schwarz schüttelt immer noch den Kopf. „Das letzte Drittel war kein Eishockey, das war eine Rauchabzugsgeschichte“, sagt er. „Fünf Lakers in zwei Metern um Melvin Nyffeler, und kein Puck kommt durch. Die blockieren mit der Nasenspitze, mit dem kleinen Zeh – mit allem, was hinten rausragt.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 28 Schüsse blockte Rapperswil im zweiten Spiel, zwölf davon im Schlussdrittel. Fribourg kam trotz fünf Überzahlsituationen nicht zum Zug, kassierte sogar einen Shorthander. Die Powerplay-Quote der Freiburger: 0,0. Das ist nicht nur peinlich, das ist existenzbedrohend.

Lakers-Verteidiger Jacob Larsson ist der unsichtbare Hauptdarsteller. Ohne spektakuläre Saves, aber mit einem permanenten Stück Körper im Schussweg. „Wir haben keinen Superstar, wir haben fünfbeinige Torwände“, sagt Coach Johan Lundskog. „Unsere Stärke ist, dass keiner den Helden spielen will.“

Dafür zahlen die Lakers einen Preis. Verteidiger Livio Stadler blockierte einen Slapshot mit dem Oberschenkel und humpelte weiter. Stürmer Dario Simion nahm einen Zöpfchen-Schuss gegen den Schienbeinschoner, stand aber Sekunden später wieder im Slot. „Wenn du in den Playoffs nicht bluten willst, bist du im falschen Film“, sagt Simion.

Fribourg-Trainer Christian Dubé versucht es mit Psychologie. „Wir dominieren die Zone, aber die Scheibe will nicht rein. Vielleicht müssen wir einfach mal den Torhüter anschauen statt die Scheibe.“ Gemeint ist Nyffeler, der mit 94,3 % Fangquote die Serie beherrscht. Doch selbst wenn die Freiburger ihn aus dem Kasten bugsierten, stünde noch ein Bärtenkloß namens Lakers-Defense im Weg.

Die Serie wandert jetzt nach Rapperswil. Das Stadion an der Seedammstraße ist seit Wochen ausverkauft, die Fans singen bereits die Meister-Hymne. Aber Vorsicht: In der Regular Season verloren die Lakers beide Heimspiele gegen Fribourg. Die Defensiv-Magie kann sich in eine Belagerung verwandeln, wenn die Freiburger mal früher zum ersten Tor kommen.

Lo entscheidende ist: Die Lakers haben Fribourg den Glauben genommen. Schwarz: „Die Frage ist nicht, ob Fribourg noch gewinnt, sondern wie lange sie mental durchhalten.“ Spiel drei ist am Dienstag. Wer dann noch an Wunder glaubt, sollte sich die Nasenspitze warmhalten.