La chaux-de-fonds schlägt zu: näf kommt mit playoff-momentum
Der HC La Chaux-de-Fonds pfeift die nächste Runde im Transfervideo. Santiago Näf unterschreibt für zwei Jahre – und bringt frische Playoff-Tore gegen den künftigen Arbeitgeber mit.
Warum gerade jetzt?
Die Antwort steht in den letzten sechs Spielen gegen Chur: drei Punkte, zwei Siege, eine Ansage. Näf lieferte sich mit den Rätiern einen Krimi gegen die Montagsausgabe, die ihm prompt die Arbeitsstelle bescherte. Sportchef Loïc Burkhalter redet Klartext: «Er hat uns geärgert, jetzt läuft er für uns.»
Der 23-Jährige ist kein Neuling im Schaufenster. SC-Bern-Urgestein, NL-Debüt mit 19, zwischendurch Fribourg, Zug, Davos – das Who-is-Who der Swiss Ice Hockey AG durfte ihn einstempeln. Doch die letzte Saison in Chur war die mit Abstand reifste: 17 Punkte in 44 Spielen, plus das erwähnte Playoff-Ausrufezeichen. Näf schießt nicht nur, er spielt auch dazwischen.

Was burkhalter wirklich kauft
Kein Superstar, aber ein Arbeiter. Jemand, der sich in die Bande wirft, wenn der Gegner den Puck trägt. Jemand, der in Überzahl vor die Kiste fährt und in Unterzahl den Schläger in die Schussbahn hält. Genau das fehlte dem HCC in der Viertelfinalpleite gegen Ajoie. Näf soll die Lücke stopfen und gleichzeitig die dritte Reihe entlasten, die in der vergangenen Saison zu oft Doppel- und Nachtschichten zog.
Die Vertragslaufzeit bis 2026 signalisiert: Vertrauen statt Kurzfrist-Patch. In der Swiss League tobt ein Silo-Kampf um jeden Punkt, die Teams werden größer, schneller, teurer. Wer hier zwei Jahre Planungssicherheit gibt, setzt auf Kontinuität statt Feuerwerk. Näf passt ins Raster: noch jung genug, um sich weiterzuentwickeln, alt genug, um nicht mehr vom Potenzial-Label zu leben.
Die Fans in der Patinoire des Mélèzes bekommen einen Spieler, der vor zwei Monaten noch ihr Gegner war. Einige werden pfeifen, andere applaudieren. Die meisten werden abwarten, bis Oktober ist. Dann zeigt sich, ob das Playoff-Momentum tatsächlich anhält – oder ob es nur ein kurzer Sommertag war.
