Kyereh: drei jahre qual – und dann dieser triumph!

Fast drei Jahre. 1.146 Tage. So lange hat Daniel-Kofi Kyereh nicht mehr das Fußballrasen betreten. Doch am Sonntag war es so weit: Der 30-jährige Mittelfeldspieler des SC Freiburg kehrte in der Regionalligasüdwest-Partie gegen Eintracht Trier zurück – und feierte einen denkwürdigen Moment, der weit über den 4:1-Sieg der Freiburg U23 hinausgeht.

Ein kreuzbandriss, der eine karriere bedrohte

Die Geschichte von Kyereh ist eine Geschichte von unbändigem Willen und erbittertem Kampf. Im Februar 2023, kurz nach seinem vielversprechenden Start in der Bundesliga-Saison, schockierte der Ghanaer mit einem Kreuzbandriss im Training. Was als vorübergehende Verletzung begann, entwickelte sich zu einem Albtraum aus Rückschlägen und Operationen. Erneute Schmerzen, weitere Eingriffe – die Reha zog sich in die Länge, und die Hoffnung auf ein schnelles Comeback schwand immer wieder.

Viele hätten aufgegeben, aber Kyereh weigerte sich, seinen Traum zu begraben. „Mein Knie fühlte sich so gut an wie nie in den vergangenen eineinhalb Jahren der Verletzung“, hatte er im Frühjahr 2024 geäußert – ein Hoffnungsschimmer, der jedoch erneut von Schmerzen und Enttäuschungen überschattet wurde. Doch der Glaube an seine Fähigkeiten blieb unerschütterlich.

Trainer Julian Schuster hatte im September 2025 erstmals wieder vorsichtig Optimismus geäußert: „Kofi macht jetzt schon länger mehr Teile und auch schon ganze Trainingseinheiten mit. Das ist total erfreulich und geht in die richtige Richtung.“ Diese Worte waren mehr als nur Lippenbekenntnisse – sie waren ein Zeichen der Anerkennung für Kyerehs unermüdlichen Einsatz.

Der joker-einsatz und die emotionen

Am Sonntag dann der Moment, der so viele Monate der Qual überstrahlte. Kyereh wurde in der 63. Minute für Freiburg II eingewechselt. Der Applaus im Stadion war ohrenbetäubend – eine Hommage an einen Kämpfer, der sich nach unzähligen Hindernissen zurückkämpfte. Und Kyereh zahlte das Vertrauen mit einer herausragenden Leistung zurück: Er bereitete das letzte Tor seiner Mannschaft vor und war maßgeblich am Sieg beteiligt. Ein emotionaler Augenblick für den gesamten Verein, der die Stärke des menschlichen Geistes demonstrierte.

„Ich finde es toll, wie Kofi sich einbringt und Einfluss auf die Mannschaft hat. Er ist Teil dieser Gruppe“, lobte Schuster seinen Schützling. Seine Geschichte, sein Weg – all das ist eine Inspiration für die jungen Spieler. Er relativiert ihre persönlichen Dinge und zeigt, was wahre Leidenschaft und Durchhaltevermögen bedeuten.

Die Zukunft von Kyereh ist noch ungewiss. Sein Vertrag in Freiburg läuft im Sommer 2026 aus. Doch nach diesem Comeback-Moment ist eines klar: Der Ghanaer hat bewiesen, dass er noch lange nicht am Ende seiner Karriere steht. Nikolas Nartey, dessen Vertrag bei VfB Stuttgart ebenfalls früh auslief, ist der lebende Beweis dafür, dass man sich irren kann – und dass ein verdienter Profi auch nach schwersten Schicksalsschlägen noch eine glänzende Zukunft vor sich haben kann.