Kwasniok wackelt: kölns sportlicher leiter kessler verweigert rückendeckung
Lukas Kwasniok hat den 1. FC Köln direkt vor dem Abgrund gespielt – und nun steht der Trainer selbst auf der Kippe. Nach dem 3:3 im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach verweigerteSport-Geschäftsführer Thomas Kessler jede Garantie für die weitere Zusammenarbeit über die Länderspielpause hinaus.
Der satz, der alles offenlässt
„Wir müssen das jetzt sachlich und rational analysieren. Wir haben heute eine große Enttäuschung, weil wir nur einen Punkt geholt haben. Die Erwartung waren klar drei Punkte“, sagte Kessler nach dem Schlusspfiff bei Sky. Und dann der Knaller: „Ich werde auch ganz in Ruhe eine Nacht darüber schlafen.“ Kein Wort des Vertrauens, kein klares Bekenntnis – nur ein Ausdruck von Unsicherheit.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sieben Spiele ohne Sieg, der 1. FC Köln steht auf einem Abstiegsplatz. Der achte Abstieg der Vereinsgeschichte rückt näher. Kwasniok hatte den Aufsteiger im Sommer übernommen, nach einem soliden Start ging es steil bergab.

Die stimmung kippt – und mit ihr die geduld
Im RheinEnergieStadion herrschte nach dem Remis eine merkwürdige Stimmung. Einerseits das 3:3 als Befreiungsschlag, andererseits das Wissen: Es reicht nicht. Die Fans skandierten zwar „Kwasniok“ – aber es klang nicht wie Begeisterung, eher wie ein letzter Versuch, den Coach zu stützen.
Die Mannschaft wirkte ideenlos, trotz des frühen 2:0. Die Gladbacher kamen zurück, Köln musste in der Nachspielzeit sogar um den Punkt zittern. Genau diese Schwächephase nach der Pause ist es, die Kessler stutzen lässt.
Intern ist man sich uneins. Ein Teil der Geschäftsführung pocht auf Kontinuität, ein anderer Teil will durchgreifen. Die Länderspielpause bietet den perfekten Zeitpunkt für einen Schnitt – wenn die Entscheidung fällt.
Kwasniok selbst wirkte nach dem Spiel wie ein Mann, der weiß, dass er nicht mehr der Herr im Haus ist. „Wir haben gekämpft, wir haben Moral gezeigt“, sagte er – aber es klang nicht überzeugend. Es klang wie ein letztes Aufbäumen.
Die Frage ist nicht mehr, ob Köln handeln muss. Die Frage ist: Wer soll kommen? Und vor allem: Wer will in dieser Situation die Hand für einen Abstiegskandidaten ins Feuer legen?
Für Kwasniok tickt die Uhr. Die nächsten Tage entscheiden über seine Zukunft – und über die des 1. FC Köln in der Bundesliga.
