Kwasniok flippt aus, simpson-pusey fliegt: kölns rot-spektakel gegen dortmund

Mitten im Hexenkessel von Müngersdorf riss Daniel Siebert den Faden des Spiels, der Kölner Jahmai Simpson-Pusey flog in der 43. Minute mit Rot vom Platz – und plötzlich war nichts mehr wie zuvor. Lukas Kwasniok sprintete wie ein Stier auf den vierten Offiziellen Lars Erbst zu, Stadionsprecher Michael Trippel brüllte „Pfui! Widerlich!“ ins Mikro, 49 000 Kehlen kollabierten in einem Gemisch aus Wut und Disbelief.

Der VAR hatte Siebert auf die Bilder hingewiesen: Simpson-Pusey war gegen Maximilian Beier zu spät dran, traf mit offener Sohle die Achillessehne, Ballabstand gleich null. Erste Entscheidung Gelb, zweiter Blick Rot – der englische U-21-Nationalspieler trottete mit hängenden Schultern in den Tunnel. Kwasniok schlug noch schnell klatschend auf seinen Schützling ein, dann drehte der Coach ab.

Matthäus und kemme: keine absicht, aber völlig korrekt

Matthäus und kemme: keine absicht, aber völlig korrekt

Sky-Experte Lothar Matthäus nahm kein Blatt vor den Mund: „Keine Absicht, klar. Aber das ist wie ein Auffahrunfall auf der Autobahn – wer zu dicht auffährt und nicht mehr bremsen kann, kassiert trotzdem den Strafpunkt.“ Tabea Kemme pflichtete bei: „Grobe Fahrlässigkeit, weil Simpson-Pusey die Verletzung seines Gegners billigend in Kauf nimmt. Offene Sohle, hohes Tempo – alles andere wäre ein Fehler gewesen.“

Der Platzverweis wirbelt die Kräfteverhältnung dur: Köln muss die Rückrunde womöglich ohne den talentierten Innenverteidiger bestreiten, das RheinEnergieStadion droht wegen Trippels Mikro-Outburst ein Probeverfahren. Und während Dortmund nach dem 1:0-Sieg auf Platz zwei klettert, bleibt den Geißböcken nur die Erkenntnis: Durchdrehen hilft selten, Rot ist nicht verhandelbar.