Kwasniok bittet kaminski um verzeihung – köln hofft auf befreiungsschlag gegen dortmund

Ein Trainer, der sich beim Spieler entschuldigt – das gab es in der Bundesliga selten. Doch genau das passierte am Donnerstag in der Kölner Pressekonferenz. Steffen Kwasniok räumte ein, dass er Jakub Kaminski ein Versprechen gebrochen hat – und das mitten im Abstiegskampf.

Kaminski: vom hoffnungsträger zum wanderdoppel

Die Zahlen lügen nicht: Fünf Tore, eine Vorlage – so startete der Pole in die Saison. Dann kam November, und mit ihm das Aus. Seit sieben Spielen wartet Kaminski auf einen Treffer. Grund: Er spielte links, rechts, zentral, hinten, vorne – überall, nur nie zweimal hintereinander auf derselben Position. „Er ist derjenige mit dem besten Spielverständnis“, rechtfertigt Kwasniok, „deshalb mussten wir ihn immer verlegen.“

Der Coach hatte Kaminski eigentlich fest auf links außen eingeplant. Doch Verletzungspech und personelle Engpässe zerstörten die Planung. Ergebnis: Der 23-Jährige ist derzeit der fünftlaufstärkste Spieler der Liga, aber ohne Tor-Rhythmus. Das nutzt Köln im Kampf gegen den Abstieg nichts.

Kwasniok nimmt die schuld auf sich

Kwasniok nimmt die schuld auf sich

„Ich muss dem Spieler gegenüber Abbitte leisten“, sagt Kwasniok. „Das ist das erste Mal, dass ich nicht halten konnte, was ich versprochen habe.“ Ein Satz, der selbst erfahrene Reporter stutzen ließ. Der Trainer verspricht nun: Gegen Borussia Dortmund (heute 18.30 Uhr) kehrt Kaminski nach vorne zurück – links außen, seine Lieblingsposition.

Die Statistik spricht für den Schritt: In den ersten elf Spielen schnitt Kaminski im kicker durchschnittlich 3,3 ab. Seit dem Positionskarussell fiel seine Note ab, der FC in die Krise. Ein einziges Tor könnte reichen, um die Psyche des Teams umzukippen. „Wenn er trifft, ist der Rhythmus wieder da“, sagt Kwasniok. „Das ist am Samstag möglich.“

In Köln hofft man, dass die Entschuldigung Wirkung zeigt – und dass Kaminski endlich wieder der ist, der er war: gefährlich, schnell, entscheidend. Sonst wird der Abstieg nicht mehr aufzuhalren sein.