Mio backhaus: der rückhalt, der werder bremen aus der krise führen soll
Mio backhaus: der rückhalt, der werder bremen aus der krise führen soll
Schon in seiner ersten Saison beim SV Werder Bremen hat sich der junge TorhüterMio Backhaus zu einer unverzichtbaren Stütze der Mannschaft entwickelt. Mit einem klaren Blick auf die aktuelle Situation – Werder befindet sich auf Platz 16 der Tabelle – will der 21-Jährige nun maßgeblich zum Turnaround an der Weser beitragen. Im Interview spricht er über seine Träume, Ziele, einen hilfreichen Konkurrenten und seine Verbindung zur japanischen Nationalmannschaft.
Neuer look, neue energie
Die hellen Strähnen sind verschwunden. Zum letzten Spieltag präsentierte sich Mio Backhaus mit seinen wieder dunklen, kurz geschorenen Haaren. Eine bewusste Entscheidung, wie er mit einem Augenzwinkern verrät: „Das ist eine Kampffrisur, ja.“ Er gesteht, dass ihm die blonden Haare gefallen haben, aber die neue Frisur kommt bei seinen Teamkollegen gut an. „Mit der holen wir jetzt ganz viele Punkte…“, ist er überzeugt.

Optimismus trotz tabellenplatz
Trotz des Absturzes auf Platz 16 hat der junge Schlussmann seine Lockerheit nicht verloren. Er berichtet, dass auch seine Kollegen im Training positiv gestimmt sind. „Ich habe nicht das Gefühl, dass die Köpfe unten sind. Natürlich sind wir hier und da etwas angespannter, aber die gute Laune lässt sich niemand nehmen. Wir bleiben positiv, um uns wieder hochzuarbeiten.“ Er räumt ein, dass man gerne weiter oben stehen würde, aber er ist zuversichtlich, dass sie am Ende der Saison sagen werden: „Boah, das war eine schwierige, aber doch eine erfolgreiche Saison.“

Fokus auf die leistung
Backhaus schöpft seinen Optimismus aus der klaren Fokussierung auf seine Leistung. Nach dem Abgang von Michael Zetterer zum Eintracht Frankfurt hat er die Position im Tor mit großer Hingabe übernommen. „Für mich persönlich geht es in jedem Spiel darum, zu performen. Das war am 1. Spieltag so, das war am 10. Spieltag so – und das wird jetzt, wo die Situation nicht einfach ist, genau so sein.“ Er sieht die aktuelle Herausforderung als Chance, dem Verein etwas zurückzugeben.

Stabilität in instabilen zeiten
In seiner ersten Bundesliga-Saison erweist sich Backhaus als stabiler Faktor in einer turbulenten Zeit. Gute und wichtige Paraden sind seine Grundlage. Besonders beeindruckend ist seine fußballerische Ruhe und Übersicht, die ein souveränes Aufbauspiel seines Teams ermöglichen. „Ich bin stolz, dass ich hier zwischen den Pfosten stehen darf. Das war mein Traum und mein Ziel in den letzten Jahren“, sagt er und erinnert sich an einen Schlüsselmoment vom 3. Spieltag beim 4:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Dort konnte er mit einer Fingerspitzenparade einen Gegentreffer verhindern und fühlte sich erstmals wirklich angekommen.

Konkurrenzkampf als antrieb
Auch das Spiel in Heidenheim (2:2) nach seiner Verletzung war von großer Bedeutung. Während seiner Verletzung hatte Karl Hein überzeugt und Druck aufgebaut. „Karl hat es gut gemacht und auch ein bisschen Druck erzeugt. Ich konnte das als Ansporn nutzen, um stärker zurückzukommen. Die Konkurrenzsituation hat mir geholfen“, so Backhaus über seinen estnischen Kollegen. Im Torwarttraining mit Christian Vander harmonieren die beiden sehr gut und arbeiten an aktuellen Themen, wie der neuen Taktik bei Standardsituationen, bei denen viele Spieler versuchen, den Torwart zu blocken.

Japanische wurzeln, deutsche zukunft
Mio Backhaus, dessen Mutter Japanerin ist und der zweisprachig in Japan aufgewachsen ist, hat auch die Möglichkeit, für die japanische Nationalmannschaft zu spielen. Er hat bereits für die U15 Japans gespielt und wurde im Herbst vom japanischen Verband erneut kontaktiert. Trotzdem ist sein Fokus momentan auf Werder Bremen gerichtet. „Jetzt sind wir schon viel zu nah an der WM, um darauf den Fokus zu setzen. Für mich zählt Werder und dass wir die Liga halten, alles andere versuche ich erst einmal auszublenden.“ Bisher gab es keinen Kontakt zum deutschen Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Ziele und ausblick
„Auch wenn jetzt im März die nächste Länderspielpause kommt, da werde ich auf jeden Fall nicht für Japan auflaufen. Noch nicht.“ Sein Ziel ist klar: Er will Werder Bremen vor dem Abstieg bewahren und sich als feste Größe im deutschen Fußball etablieren.
