Eberl schreibt internen zwist ab: „ich will früchte zeigen“

Max Eberl spürt den Atem der Kritiker im Nacken – und antwortet mit Arbeit statt mit Worten. „Es spornt an zu beweisen, dass meine und unsere Arbeit Früchte trägt“, sagte der Sportvorstand von Bayern München am Freitag. Die Meldung dazu kam kurz nach dem Frühstück, und sie klingt wie ein Seitenhieb in den eigenen Reihen.

Statt verlängerungsgarantie nur motivationsmantra

Statt verlängerungsgarantie nur motivationsmantra

Seit 13 Monaten sitzt Eberl auf dem Stuhl, den einst Uli Hoeneß mit eiserner Hand führte. Seit 13 Monaten kursieren interne Stimmen, dass der Vertrag bis 2027 keine Selbstläufer-Verlängerung sei. Die jüngsten Berichte über angebliche Alleingänge bei Gehaltsverhandlungen und die teuren Verlängerungen von Stars, die sich in der Rückrunde blass zeigten, haben die Stimmung weiter angeheizt.

Eberl kontert mit Zahlen: 17 Liga-Spiele ohne Niederlage, Campus-Talente wie Pavlović oder Aséko plötzlich gesetzt, die Gehaltsliste um knapp 30 Millionen Euro entschlackt. „Wir stehen nicht so schlecht da“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der die Lautstärke der Zweifler einfach lauter dreht, um sie zu übertönen.

Was ihm zugutehalten wird: Trainer Vincent Kompany liefert trotz personeller Rückschläge einenFußball, den man sich tatsächlich gerne ansieht. Was ihm vorgeworfen wird: die Ablösesumme von 50 Millionen für ein Mittelfeld-Trio, das erst mal lernen muss, dass beim FC Bayern jeder Pass sitzt.

Der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen schweigt zu den Gerüchten. Präsident Herbert Hainer weicht Fragen aus. Hoeneß hingegen sagt im Hintergrund, man müsse „Ruhe geben“. Doch Ruhe ist das letzte, was in der Säbener Straße herrscht.

Eberl selbst blickt nach vorne. „Was ich nicht beeinflussen kann, versuche ich wegzuschieben“, sagt er. Das klingt nach Selbstschutz, aber auch nach einem Mann, der weiß: die nächsten neun Wochen bis zur Meisterschaft entscheiden nicht nur über Titel, sondern auch über seine Zukunft. Wer in München arbeitet, weiß: wenn der FC Bayern vorzeitig feiert, verlängert der Vorstand schneller als ein Gegentor fällt. Wenn nicht, rückt die interne Machtfrage auf den Tisch.

Die Früchte, von denen Eberl spricht, hängen höher als je zuvor. Ob sie reif werden, entscheidet sich zwischen jetzt und Mai. Bis dahin gilt: jede Trainingseinheit ein Statement, jeder Sieg ein Argument gegen die stillen Rufmörder im eigenen Haus. Eberl hat sich für Arbeit statt Worte entschieden. Die Uhr tickt laut – und sie tickt für ihn.