Arsenal gegen leverkusen: hjulmand spielt david, aber seine schleuder heißt eckball

Kasper Hjulmand schaut sich die Zahlen an und lacht nicht. Acht Siege, 23:4 Tore, Premier-League-Tempo auf Krawall. Arsenal ist nicht einfach gut, die Gunners sind ein Pressing-Monster mit Dauerdampf. Für Bayer Leverkusen beginnt im Londoner Februarregen ein K.o.-Kampf gegen die Wirklichkeit.

Die ecke als waffe – und als achillesferse

Die Rede ist von Standards, aber jeder im BayArena-Kabinentrakt weiß: Gemeint sind die Eckbälle von Bukayo Saka und Martin Ødegaard, die wie Raketen in den Fünfer sausen, während William Saliba und Declan Rice den Keeper abdunkeln. 16 Premier-League-Tore nach Ecke – das hat es seit 1992 nur drei Mal gegeben. Hjulmand nennt das „legalisiertes Blocken“, gibt sich aber juristisch: „Ich stelle nur Fragen“, sagt er und meint: Schiedsrichter lassen es passieren, also müssen wir besser verteidigen.

Die gute Nachricht: Seit Januar kassierte Bayer nur noch zwei Gegentore nach Ecken. Die schlechte: Arsenal braucht gar nicht erst auf Ecke zu hoffen. Die drei Champions-League-Treffer nach Standard sind nur Vorfreude – insgesamt liegen die Gunners mit 2,36 xG von der Ecke auf Rang elf, weil sie auch über Außen und durch die Mitte nadeln. Hjulmand: „Zwei Spieler auf jeder Position, Rotation nonstop – sie spielen Fußball wie Tennis: Return, Winner, Punkt.“

Schick zurück, tella bald – aber wann?

Schick zurück, tella bald – aber wann?

Christian Kofane spielt trotz Schlag auf den linken Fuß, Patrik Schick kehrt nach Muskelfaserriss in den Kader zurück. Mark Flekken und Nathan Tella trainieren wieder, sind aber gegen Arsenal noch nicht einsatzbereit. Hjulmand verliert auf den Flügeln an Tiefe, weil Arthur und Lucas Vázquez fehlen – und die einzige Frage lautet: Reicht Tempo und Gegenpressing gegen einen Gegner, der selbst den Ball verliert, nur um ihn sekundenbruchteilschneller zurückzerobern?

Die Antwort liefert die Statistik nicht. Die liefert nur der Rasen. Hjulmand: „Wenn wir mutig sind, wer weiß?“ Er sagt es mit dem leisen Dreiklang eines Mannes, der schon gesehen hat, wie David mit der Schleuder traf. Und er weiß: Diesmal heißt die Schleuder Übergang, heißt Compactness, heißt vielleicht Schick in der 93. Minute. Alles andere ist bereits in Arsenals Taktik-Bibel verzeichnet. Um sie zu zerreißen, muss Bayer an diesem Mittwoch Geschichte schreiben – und nicht nur Fragen stellen.