Hase und volodin tanzen in prag um ihre zukunft

Minerva Hase und Nikita Volodin stehen vor der Entscheidung ihres Lebens. Nach Bronze in Mailau und Silber in Boston geht es in Prag nicht nur um WM-Medaillen – sondern darum, ob sie überhaupt weiterskaten.

Die Anspannung ist messbar. Mittwoch, 18.45 Uhr, kurzes Programm. Donnerstag, 18.15 Uhr, Kür. Dann, sagt Hase, „setzen wir uns zusammen und klären, wie es weitergeht.“ Dreieinhalb Jahre Partnerschaft, ein Olympia-Podest, zwei WM-Podeste – und jetzt ein Fragezeichen, so groß wie die Eisfläche in der O2-Arena.

Ohne ihre härtesten gegner

Ohne ihre härtesten gegner

Die Konkurrenz schwächelt. Miura/Kihara, Conti/Macii – allesamt weg. Ein offenes Feld, eine goldene Chance, doch Hase klingt, als wäre das irrelevant: „Wir wollen zwei schöne Programme zeigen.“ Kein Wort vom Titel. Kein Wort vom Podest. Stattdessen: Genuss. Abschluss. Vielleicht Abschied.

Hinter den Kulissen brodelt es. Der Berliner Bundesstützpunkt steht auf der Kippe, die Entscheidung liegt beim Staat. „Wenn es weitergehen soll, dann in einem professionellen Rahmen“, stellt Hase klar. Jens ter Laak, Sportdirektor der DEU, bestätigt: „Sie sind olympischer Kader, sie können weltweit trainieren.“ Floskel? Vielleicht. Berlin bleibt ihr Zuhause, aber ohne Garantie.

Der Druck ist weg, seit Mailau. „Man merkt, dass viel Druck abgefallen ist“, sagt Hase. Klingt nach Freiheit, klingt auch nach Leere. Wer ohne Druck skatet, der skatet manchmal nur noch für sich selbst – und das kann gefährlich sein.

Die Fans spekulieren: Machen sie weiter, wechseln sie Partner, beenden sie? Keine Antwort vor dem letzten Pirouett. Die Musik verstummt, das Licht geht aus, dann entscheidet sich, ob die Berliner Silhouette von Hase/Volodin in Zukunft nur noch in YouTube-Highlights lebt.

Prag wird keine neue Episode, sondern das Finale einer Serie. Die Eislaufwelt schaut hin – und weiß: Nach der Kür ist vor der Entscheidung.