Vágner love beendet mit 372 toren und einem porno-skandal: das letzte kapitel des 'goleador do amor'
Am Samstag ist Schluss. 850 Profipartien, 372 Tore, zwei Copa-América-Titel – und ein Sexvideo, das brasilische Klatschblätter monatelang fütterte. Vágner Love, 40, bestätigte auf Instagram, dass er am 28. Juni gegen Ceará in der Copa do Nordeste das letzte Mal seine Stollenschuhe schnürt. Der „Goleador do Amor“ tritt ab, nicht mit Quietschen, sondern mit dem Selbstbewusstsein eines Mannes, der seine Spuren in Russland, Brasilien und der Türkei hinterlassen hat.
Der junge, der zu viel liebte
Karmino Colombini erinnert sich gern an die Hotel-Episode. „Wir haben Vágner mit einem Mädchen auf frischer Tat erwischt. Die Jungs nannten ihn danach ‚Goleador do Amor‘ – nicht wegen seiner Treffsicherheit, sondern wegen seiner Nächte.“ Der Spitzname blieb, half seiner Marke, wurde Teil des Geschäfts. Love selbst lachte später über die Geschichte, pflegte aber genau darauf, dass niemand seine Tore in Frage stellte.
2004 zahlte CSKA Moskau 6,2 Millionen Euro Ablöse. Ein Risiko, denn brasilische Stürmer versanken in der russischen Winterkälte oft genug. Love dagegen lief 259-mal auf, erzielte 124 Tore, gewann mit den Rot-Blauen dreimal die Premier-Liga und die UEFA-Cup-Final-Trophäe 2005 – mit einem Kopfballtreffer gegen Sporting Lissabon. Die geflochtenen Haare in Regenbogenfarben wurden zum Markenzeichen, selbst Champions-League-Abwehrreihen kannten keine Gegenmittel.

Statistik statt skandale
372 Tore in 850 Pflichtspielen – diese Zahlen stehen über jedem Klatsch. Love wechselte elf Mal den Arbeitgeber, absolvierte Stationen bei Flamengo, Shandong Luneng, Corinthians, Monaco, Alanyaspor, Besiktas, Kairat Almaty, Midtjylland, Sport Recife und Atlético-GO, bevor er 2024 beim Drittligisten Retrô anheuerte. Dazwischen lagen 20 Länderspiele für Brasilien, vier Treffer, zwei Copa-América-Siege (2004 und 2007) und 24 Vereinstitel insgesamt.
Die dunklen Seiten? 2008 drehte er mit Pornodarstellerin Pâmela Butt ein Filmleinchen, 2010 erschien er auf einer Rave-Party in Begleitung mutmaßlicher Drogenhändler. Die brasilische Presse fröstelte, Sponsoren zögerten, doch Love schaffte es immer wieder, sich auf dem Rasen rehabilitieren. „Genio y figura“, kommentierte ein spanischer Reporter trocken.

Letzter tanz in recife
Heute trägt er Kurzhaarschnitt, die bunten Zöpfe sind Geschichte. Im Estádio do Retrô feuern ihn 8.000 Fans an, die wissen, dass ihr Stürmer bald Geschichte ist. Love selbst wirkt gelöst: „Ich habe mein ganzes Leben lang getanzt, jetzt ist es Zeit, die Musik verklungen sein zu lassen.“
Am Samstag klingt sie aus. Keine Tränen, kein Show-Abstieg, nur ein 40-Jähriger, der dem Ball ein letztes Mal nachläuft – und danach verschwindet, mit 372 Torrekorden, zwei Pokalen im Regal und einem Künstlernamen, den kein Lexikon vergisst. Der „Goleador do Amor“ beendet seine Karriere, nicht seine Legende.
