Grifo überflügelt petersen: freiburgs neuer könig der treffer
Vincenzo Grifo hat Nils Petersen beerbt – und wie. Mit seinem 3:1 gegen Genk schraubte der Italiener die Torjäger-Bestmarke des SC Freiburg auf 106 Treffer. Ein Wermutstropfen für Petersen? Keine Spur. In einem offenen Brief gratuliert der langjährige Rekordhalter seinem Nachfolger – und liefert ein Geständnis ab.
„Dein rechter zauber-fuß hat geschichte geschrieben“
Petersen räumt ein: „Streng genommen hast nicht DU mich eingeholt, sondern einzig und allein dein rechter Zauber-Fuß.“ Der 35-Jährige, der sich nach der Saison 2022/23 zurückzog, erinnert sich an unzählige Trainingseinheiten, in denen Grifo ihn regelrecht in die Mauer schoss. „Ich stand da in schöner Regelmäßigkeit, während du ruhende Bälle auf das Tor hämmerstest.“
Doch hinter der Rekordzahl steckt mehr als Talent. Petersen weiß, dass Grifo sich jeden Zentimeter erarbeitet hat: „Dein Ehrgeiz, dein Hunger und vor allem die Disziplin, die du in jedes Torschusstraining legst, haben dich an die Spitze gebracht.“

Die szene, die alles entschied
Den entscheidenden Moment lieferte Grifo in der 66. Minute des Achtelfinal-Hinspiels der Europa League. Nach Vorarbeit von Ritsu Dōan schlenzte er den Ball aus 16 Metern ins lange Eck – Tor 106. Die Europa-Park-Stadion-Heizung schien einen Moment stillzustehen, bevor 34.700 Zuschauer mit einem Brüllen explodierten.
Für Freiburg war es mehr als ein Tor. Es war das Symbol für eine Ära, in der sich zwei Torjäger die Klinke in die Hand gegeben haben – Petersen mit seiner Lässigkeit, Grifo mit seiner Präzision. Gemeinsam stehen sie für über 200 Treffer in Schwarz-Weiß.

„Trage den titel mit stolz – du hast ihn dir verdient“
Petersen schließt seinen Brief mit einem Appell: „Versuche, den Rekord so lange wie möglich auszubauen. Ich kann ein Lied davon singen, wie schnell man eingeholt wird.“ Dabei spielt er auf die eigenen 106 Treffer an, die nun Geschichte sind. Doch der 35-Jährige nimmt es mit Humor: „Ohne meine verpatzten Elfmeter hätte es vielleicht etwas länger gedauert.“
Für Grifo ist die Marke kein Endpunkt. Bei 30 Jahren und Vertragsbindung bis 2026 dürfte der Flügelspieler die 120er-Marke bald ins Visier nehmen. Petersen ist sich sicher: „Es gibt nicht viele Spieler, die noch diese Vereinstreue verkörpern.“
