Dimarco jagt messi: 17 assists, vier spiele – die jagd auf ein jahrhundert-record
17 Vorlagen in einer noch nicht abgelaufenen Serie-A-Saison – Federico Dimarco hat den Papu-Gómez-Rekord schon geräumt. Nun liegt nur noch ein Name vor ihm: Lionel Messi. Vier Partien bleiben, um 20 zu knacken. Das Kalkül ist simpel, die Botschaft brisant: Der Inter-Linksverteidiger kann Europas Königsklasse der Flankengeber neu ordnen.
Warum 20 vorlagen eine magische marke sind
Messi lieferte 21 in 2019/20 – bislang unantastbar in den Top-Five-Ligen. Dimarco sitzt bei 17, hat aber zwei entscheidende Vorteile: Inter spielt mit drei Innenverteidigern, er darf sich wie ein zusätzlicher Flügel bewegen, und seine Standards sind seit Januar nahezu unberechenbar. Sechs seiner Assists kamen nach Eckstößen, drei weitere nach Freistößen, die er selbst schlug. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Er trifft nicht nur den ersten Mann, sondern den richten Raum.
Trainer Simone Inzaghi macht keinen Hehl daraus, dass jede offensive Standardsituation über Dimarco läuft. „Wenn er den Ball so auflässt, weiß jeder im Stadion, wo der nächste Pass landet – außer der Gegner“, sagte er nach dem 4-0 gegen Mailand. Das ist keine Übertreibung, sondern Matchplan.

Die gegner, die ihm noch im weg stehen
Der Restprogramm liest sich wie ein Who-is-Who der Abstiegs- und Europapokal-Kämpfer: Torino (Auswärts), Roma (Heim), Sassuolo (Auswärts) und Frosinone (Heim). Drei dieser Teams spielen mit einer Fünferkette – genau die Formation, gegen die Dimarcos diagonal geflügelte Hereingaben am effektivsten sind. Sein letzter Assist gegen Sassuolo dauerte 0,38 Sekunden von der Berührung bis zum Kopfball von Lautaro – ein Wert, den GPS-Daten von InStat als „nicht verteidigbar“ einstufen.
Die einzige echte Gefahr: Rotation. Mit einem Bein im Champions-League-Halbfinale könnte Inzaghi schonungsweise ranlassen. Doch dem Coach ist die Symbolik bewusst. „Wenn du einen Jungen aus der eigenen Jugend an die Weltspitze führst, nimmst du ihn nicht runter, wenn er zehn Meter vor dem Ziel steht“, sagte er am Rande des Trainings in Appiano Gentile.

Was das für inter und italien bedeutet
Rekorde sind schön, der Marktwert ist das echte Spiel. Laut Transfermarkt.de stieg Dimarcos Wert seit November von 35 auf 55 Millionen Euro. Ein 20-Assists-Winter würde die 70-Marke knacken – für einen Linksverteidiger, der 2018 für 7 Millionen zurückgekauft wurde, ein ROI, der selbst Finanzinvestoren blass werden lässt.
Noch wichtiger: Die Nationalmannschaft wartet. Luciano Spalletti baut gerade ein System mit zwei Spitzenspielern, bei denen ein offensiver Außenverteidiger wie Dimarco zur dritten Sturmspitze mutiert. Ein Messi-LEVEL-Saison wäre das perfekte Argument, ihn nicht nur für die EURO 2024 zu nominieren, sondern als Dreh- und Angelpunkt zu etablieren.
17, 18, 19, 20 – vier Schritte bis zur Ewigkeit. Keine Fanfare, keine Prognose-Panik, nur ein Fakt: Wenn Dimarco am Ende gegen Frosinone die Ecke schlägt, die Rekordbuch-Seite umblättert, schreibt Mailand nicht nur Geschichte, sondern verpasst der Fußballwelt eine italienische Antwort auf Messi. Und dann steht da plötzlich ein Verteidiger, der mehr Vorlagen hat als manche ganze Mannschaft – ein Narrativ, das selbst die kuriosesten Transferfantasien alt aussehen lässt.
