Arteta wählt kepa, wembley explodiert – der pokal ist weg
Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Wembley, 60. Minute: Nico O’Reilly donnert den Ball zum 1-0 ins Netz, Kepa Arrizabalaga steht ein Meter zu weit vor seinem Strafraum. Sekundenbruchteil, falsche Entscheidung, 2-0-Endstand. Der Pokal wandert nach Manchester, Mikel Arteta fliegt mit seinem Arsenal in die nächste Trophäen-Dürre. Die Insel diskutiert nur ein Thema: Warum hat der Spanier seinen Nummer-Zwei zwischen die Pfosten gestellt?
Redknapp liefert die headline: „grobe fehlentscheidung“
Jamie Redknapp braucht im Sky-Studio keine zehn Sekunden Nachdenkzeit: „Kepa ist nicht schlecht, aber er ist eben nicht David Raya. Und genau deshalb sitzt er normalerweise auf der Bank. In einem Finale musst du deine beste Elf aufstellen – Punkt.“ Der ehemalige Liverpool-Profi spricht aus, was viele Fans seit Wochen murmeln: Arteta liebt Rotation, doch diese Nacht fühlt sich nach Selbstschuss an.
Die Zahlen liefern Munition: Raya hält in dieser Premier-League-Saison 13 Clean Sheets, liegt mit erwarteten Gegentoren (xGA) bei +4,2 über dem Durchschnitt. Kepa kam nur im Ligapokal zum Einsatz – fünf Spiele, drei Gegentore, kein einziger Penalty-Parade. Die Logik scheint klar, doch der Trainer zog seine Karte.

Artetas verteidigung: „er hat sich das finale verdient“
Im Mixed-Zone wirkt Arteta wie ein Mann, der wittert, dass die Klingen nun erst recht gezückt sind. „Kepa stand in jeder Runde zwischen den Pfosten. Ihm das Finale zu verwehren, wäre unfair gewesen“, sagt er mit fester Stimme. Doch genau diese Argumentation irritiert Experten. Gary Neville spitzt zu: „Sentimentalität hat in Endspielen nichts verloren. Da zählt nur Qualität.“
Micah Richards, einst City-Verteidiger, ergänzt: „Die Differenz zwischen Raya und Kepa ist riesig. Bei so einem Match denkst du doch: Lieber Recht-Fuß-Problem als ein ganzes Finale.“ Die Wortwahl trifft ins Herz der Debatte – es geht nicht um Personalküche, sondern um Millimeter und Millisekunden.

Der fehler, der alles entschied
Der entscheidende Moment steckt in der 25. Minute. Kepa eilt aus dem Kasten, will den Ball vor O’Reilly abfangen, doch der 19-Jährige chippt ihn längst über ihn hinweg. Ein Tor, das wie ein Lehrbuchfehler aussieht. Laut Opta war Kepa 2,3 Meter vor der Linie – zu viel, um zurückzuwirbeln, zu wenig, um wirklich Druck zu erzeugen. Die Expected-Save-Quote für diesen Schuss: 78 %. Er kommt nicht einmal an den Ball.
Die Szenerie danach: Guardiola tanzt an der Seitenlinie, Arteta schaut starr ins Leere. Sein Arsenal dominiert Ballbesitz (61 %), schießt mehr (15:12), trifft aber nur einmal den Rahmen. City riebt sich die Hände und kontert eiskalt zum 2-0. Die Trophäe ist weg, die Statistik liefert das bittere Fazit: Arsenal hat acht Jahre nach dem letzten Titel wieder nur den zweiten Platz.

Die rechnung ohne trophäe
Die Pundits rechnen weiter: Seit 2020 hat Arsenal fünf Finals verloren – dreimal Community Shield, einmal Europa League, jetzt Carabao Cup. Die Psyche der Mannschaft wird strapaziert. Und die Frage bleibt: Hätte Raya den O’Reilly-Schuss gehalten? Wir werden es nie erfahren. Was bleibt, ist ein Trainer, der zwischen Loyalität und Sieg-Notwendigkeit steht, und ein Keeper, der zum Sündenbock wird, obwohl er nur das spielte, was ihm sein Coach zutraute.
Für die Gunners geht es am Wochenende gegen Sheffield United weiter. Die Meisterschaft ist längst die letzte verbliebene Chance auf Silber. Ob Arteta erneut rotiert? Nach Wembley dürfte die Antwort klar sein: Er wird sich an seine Stammelf halten – und Kepa wieder auf die Bank bitten. Die Lektion von London ist grausam, aber einfach: In Finals zählt kein Verdienst, nur der Moment. Und der war diesmal ein Tor zu spät.
