Malinin will nach olympia-pleite zurückschlagen – hase/volodin jagen nächstes eis-metall

Prag wird zur Schaukel der Eislauf-Welt. Noch summt die Saison, doch die Kracher kommen erst: vom 24. bis 29. März geht es um Medaillen, um Titel, um Revanche. Deutschland blickt auf Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin – und auf den Mann, der sich selbst „Quad God“ nennt.

Das berliner duo hat den dreher im blut

Olympia-Bronze, EM-Silber, WM-Ruf. Hase und Volodin haben die letzten Monate nichts anbrennen lassen. Die 26-jährige Berlinerin und ihr russischstämmiger Partner feuern aus dem Stand Triple-Twist und Salchow-Serie, als wäre es ein Spaziergang auf dem Ku’damm. Nach dem Kurzprogramm in Prag wollen sie direkt in Führung gehen, um der Konkurrenz die Luft abzudrehen. „Wir haben unser Hauptziel erreicht“, sagte Hase nach der Heim-WM – und meinte: noch ist der Schrank nicht voll.

Nikita Volodin schraubt die Erwartungshaltung weiter nach oben: „Ein Schritt nach oben“ sei nötig. Gemeint ist Gold. Silber zählt nicht mehr. Das DSC-Trainingcenter in Berlin zeigt seit Wochen Vollbetrieb, die Technik-Coaches haben die Liftsynchronisation auf 0,2 Sekunden getrimmt – ein Tick, der über Platz eins oder vier entscheidet.

Ilia malinin fliegt nach seinem sturz wieder in die glut

Ilia malinin fliegt nach seinem sturz wieder in die glut

US-Boy Ilia Malinin ist längst keine Next-Gen-Story mehr. Mit 21 Jahren beherrscht der Virginianer den „Quad Axel“ – einen Vierfachen mit 4,5 Drehungen – als wäre es ein Freiluft-Crossover. In Peking rutschte er in der Kür weg, die Medaille zerbarst mit lautem Knall. Jetzt will er zurück in die Geschichtsbücher. Titelverteidigung? Pflicht. Rekorde? Ziel. „Quad God“ ist kein Spitzname, sondern Programm. Die Konkurrenz rechnet mit vier geplanten Vierfach-Sprüngen in der Kür – ein Kraftakt, der selbst die Eislauf-Puristen ins Stottern bringt.

Die Kampfrichter haben schon vor der WM Signal gesendet: Wer Risiko zeigt, wird auch belohnt. Malinin reist mit dem höchsten Basiswert aller Zeiten an – 107,33 Punkte allein im Kurzprogramm. Das ist eine Kampfansage an Gartung, Kagiyama & Co.

Deutsches aufgebot zwischen hoffnung und lehrjahr

Deutsches aufgebot zwischen hoffnung und lehrjahr

Hinter Hase/Volodus drängen Annika Hocke/Robert Kunkel. Die Berliner Charlottenburger wollen ins Top-Ten-Rennen, wissen aber: eine Kleinigkeit reicht, um abzustürzen. Genrikh Gartung zittert um den Einzug in die Kür – seine Saison war ein stetes Auf und Ab. Beim Eistanz bringt das Oberstdorfer Duo Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan Farbe ins Rennen, doch gegen die Übermacht aus Frankreich, Kanada und Italien zählt nur ein Fehler-freier Tag.

Charise Matthaei und Max Liebers reisen als Ersatz, doch sie haben bereits bewiesen, dass sie springen, wenn das Telefon klingelt. Chemnitz steht bereit – und die Erfahrung aus verletzungsbedingten Kurzentschlüssen lehrt: Ersatzpaare sind keine Statisten, sondern Joker.

Termine, tv, glotze – so klappt der wm-check

Termine, tv, glotze – so klappt der wm-check

Eurosport sendet täglich, ZDF parallel im Stream. DAZN und HBO Max kassieren – doch wer spart, greift zur kostenlosen Plattform des ZDF. Los geht’s am 25. März mit den Damen, am 26. folgen Männer und Paare. Die Kür der Eistanz-Paare verspricht den spektakulärsten Samstag-Abend, das Schaulaufen am Sonntag wird zur Sieger-Gala.

Die Uhrzeit 18:00 Uhr ist Prag-Zeit – also eine Stunde vor Deutschland. Wer pünktlich vor dem Bildschirm sitzt, sieht vorab, wie die Eislauf-Stars die Eisoberfläche testen. Ein Blick auf die Minusgrade im O2 Arena-Foyer lohnt sich: dort verkaufen Fans ihre Tickets für 200 Euro weiter – ein Indiz dafür, dass die Nachfrage das Angebot überrollt.

Am Ende zählen nur Sekundenbruchteile. Hase/Volodin wissen: Ihre Synchronisation muss sitzen. Malinin weiß: Er darf nicht stolpern. Und die deutschen Paare wissen: Die WM ist kein Schaulaufen, sondern ein Schnitt durchs Eis – tief, kalt, unerbittlich. In Prag wird nicht getanzt, hier wird gestochen.