Weiner rettet kiel: der keeper wird zum rückhalt im abstiegskampf
Holstein Kiel atmete auf – dank eines glänzenden Timon Weiner. Der 27-jährige Torwart war am Samstag im Auswärtsspiel gegen Hertha BSC der entscheidendeFaktor, als die „Störche“ einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt im Gepäck nach Hause fuhren. Ein Sieg, der auch Weiner persönlich einiges bedeutet, nachdem er zu Saisonbeginn einen Rückschlag erlebte.
Die rettungstat vor der pause
Schon kurz vor der Halbzeitpause spürte Timon Weiner, dass dieser Abend etwas Besonderes werden könnte. Der Schiedsrichter nahm nach VAR-Eingriff einen Elfmeter zugunsten der Hertha BSC zurück – eine Entscheidung, die die Nerven der Kieler auf eine harte Probe stellte. „Fabi stand schon am Elfmeterpunkt“, schildert Weiner später den Moment, in dem sein Ex-Mitspieler Fabian Reese, der inzwischen in Berlin spielt, unverrichteter Dinge zurücktrat. Eine humorvolle Bemerkung folgte: „Da habe ich zu ihm gesagt, dass der liebe Fußball-Gott wohl nicht möchte, dass Hertha heute ein Tor schießt.“
Und tatsächlich, auch in der zweiten Halbzeit blieb Hertha BSC torlos. Die Nullnummer war ein Verdienst von Weiner, der einen famosen Rückhalt leistete und die Berliner Angreifer mehrfach gekonnt entschärfte. Coach Tim Walter war begeistert: „Timon ist einfach 'ne Bombe! Was er uns wegholt, wie mutig er auch mit Ball agiert – er hat sich in den acht Jahren, in denen ich weg war, richtig weiterentwickelt. Er ist einfach ein Super-Junge. Ich bin froh, dass wir ihn haben.“

Ein steiniger weg zum stammplatz
Weiners Weg zurück in die Startelf war alles andere als geradlinig. Zu Beginn der Saison verlor er den Zweikampf um den Platz im Tor gegen Jonas Krumrey, der aus Salzburg kam. Davor hatte er in der vergangenen Bundesliga-Saison seinen Stammplatz an Thomas Dähne abgeben müssen. Doch Weiner biss sich durch, arbeitete hart und nutzte seine Chance, als Walter ihn Ende Februar vor Krumrey bevorzugte. Ein Wechsel, der sich nun auszahlt.
Die Kieler Mannschaft zeigte in Berlin nicht nur großen Willen und eine Portion Glück, sondern vor allem einen Torwart, der an seinem besten Tag spielte. „Es war einfach kein gutes Spiel von uns, besonders mit dem Ball“, analysierte Weiner nach dem Spiel. „Aber in der Situation, in der wir uns befinden, nehmen wir die drei Punkte gern mit. Man hat gesehen, dass jeder das Tor verteidigen wollte. Wir wollten es alle zusammen zunageln.“
Geschäftsführer Sport Olaf Rebbe mahnte dennoch zur Vorsicht: „Die Punkte waren immens wichtig, aber es ist noch nicht vorbei.“ Tatsächlich ist es das auch nicht, aber mit einem Torwart wie Timon Weiner im Kasten, hat Holstein Kiel deutlich bessere Chancen, den Abstiegskampf zu überstehen.
