Thioune zieht die notbremse: zwei siege, null diskussion

Daniel Thioune hat in Bremen die Härte eingeschaltet. Nach 13 sieglosen Spielen folgten zwei Siege – und eine Lektion in Führung ohne Fragezeichen.

Keine zeit, keine rücksicht

Als er im Februar das Zepter übernahm, redete er noch von Geduld. Das war Theorie. Die Praxis sah aus wie 0:3 in Kiel, 1:2 gegen Augsburg, 0:1 in Darmstadt. Thioune beobachtete, ließ die Mannschaft Dinge „selbst regulieren“, merkte: Sie kriegt es nicht hin. Also schnitt er die Diskussion ab. „Ich habe mir jetzt eine gewisse Konsequenz vorbehalten“, sagt er knapp. Wer spielt, wo er spielt, entscheidet nicht mehr das Gemüt, sondern der Coach.

Die Folge: Ein 4:1 in Berlin, ein 2:0 gegen Freiburg. Keine taktische Revolution, sondern eine Psychose-Kur. Stark, Lynen, Agu – alle mussten sich hinten anstellen. Topp stürmt, weil er Topp ist, nicht weil Milosevic Rücken hat. Milosevic’ Schmerzen sind Nebensache; Thioune hat seinen 19-Jährigen längst zur neuen Nummer eins erklärt.

Mainz soll die rechnung bezahlen

Mainz soll die rechnung bezahlen

Gegen die 05er droht erneut die gleiche Elf. Keine Rotation um der Rotation willen, sondern ein Statement: Wer sich durchsetzt, bleibt. Lynen und Stark dürfen bangen, Agu und Mbangula warten auf den Pass vom Medizincheck. Thioune bestimmt, nicht der Physiotherapeut.

Die Tabelle ist noch längst kein Seelenbalsam, aber die Kabine atmet anders. „Wir haben eine gewisse Resistenz entwickelt“, sagt er. Das klingt nach Männern, die nicht mehr fragen, wo es weh tut, sondern wann der Gegner kneift.

Bremen war kurz vor dem Absturz, zwei Spiele später redet keiner mehr vom Trainerfehler. Thioune hat die Kurve gekriegt, indem er sie abgeschafft hat – die Kurve der Rücksicht. Mainz wird es am Sonntag spüren. Dann wissen wir, ob die Serie nur ein Bluff war oder der Beginn einer neuen Härte.