Srbeny schießt fürth aus dem keller – und traut sich zu, dass der knoten endgeltig platzt

Platz 18, vier Punkte aus zwei Spielen, Stimmung wie nach einem Finalsieg: In Fürth dreht sich die Welt wieder in die richtige Richtung – und das liegt an einem Stürmer, den der Klub vor drei Monaten abschreiben wollte.

Dennis srbeny: vom abstellgleis zur aufstiegsampel

Dennis srbeny: vom abstellgleis zur aufstiegsampel

Der 31-Jährige traf gegen Schalke zum 1:1, schon zuvor rettete er mit seinem Siegtor gegen Bielefeld drei Zähler. Trainer Heiko Vogel schwärmt wie ein Fanboy: „Das hätte kein Stürmer auf der Welt besser machen können.“ Die Ballmitnahme mit dem ersten Kontakt, der zweite Schritt, der Abschluss – in einer Bewegung. Fürth hatte Srbeny im Winter noch aufs Abstellgleis geschoben, nun ist er Vogels Joker mit Startelf-Potenzial. Dreimal von Beginn an, zweimal direkt beteiligt am Ergebnis. Die Quote spricht für sich, die Kabine jubelt, der Gegner schaut düster.

Doch der Aufwärtstrend hat noch einen zweiten Namen: Defensive. Die einstige Schießbude (55 Gegentore) kassierte aus dem laufenden Spiel heraus nur noch einen einzigen Treffer – den Sonntagsschuss gegen Schalke, den man „nicht mehr verteidigen“ kann, wie Felix Klaus knirscht. Das ist kein Zufall, sondern Training. Vogel und sein Staff führen eigene Statistiken, filmen jeden Ballverlust, jede Zweikampfzone. Die Mannschaft lernte, die Box zu verbarrikadieren. Ergebnis: Selbst Edin Dzeko kam nicht durch.

Die Frustration über das späte Schalke-Tor verwandelt sich deshalb schnell in Selbstvertrauen. „Ich kam in die Kabine und habe Spieler gesehen, die enttäuscht waren, dass es nur ein Punkt war“, sagt Vogel. Diese Enttäuschung ist das neue Luxusgefühl in Fürth. Wer sich nach einem Remis gegen den Tabellenführer ärgert, der hat den Abstiegskampf mental bereits verlassen.

Nächste Hürde: Hannover auswärts, dann Elversberg daheim. Beide Spiele sind bereits jetzt Endspiele, doch die Ausgangslage ist längst nicht mehr aussichtslos. Der Anschluss an das rettende Ufer beträgt drei Punkte. Die Formkurve zeigt nach oben, die Stimmung auch. Und obenauf thront ein Stürmer, der beweist, dass Karriereenden manchmal nur neue Anfänge verkleiden.

Fürth schließt die Schießbude – und öffnet das Fenster zur Rettung. Wenn Srbeny weiter so trifft und die Abwehr so steht, wird der Knoten früher oder später endgültig platzen. Dann steht Fürth nicht mehr auf Platz 18, sondern dort, wo die Liga ihn eigentlich nie vermutet hatte: im sicheren Mittelfeld.