Sevilla spuckt roma erneut ins gesicht – die budapest-finalwunde reißt wieder auf

Die Nacht vom 31. Mai 2023 ist für AS Roma eigentlich vorbei, doch gestern schlug Sevilla FC mit einem einzigen Klick die alte Wunde wieder auf. Was als harmlose Erinnerung der UEFA Europa League an den Elfmeter-Krim von Budapest begann, endete in einem Shitstorm, der bis tief in die spanische Klubzentrale vibriert.

Der entscheidende post: ein foto, ein kuss, ein hohn

Die UEFA hatte einen Rückblick gepostet: Spieler beider Teams laufen ein, das Puskás-Aréna brüllt. Kommentar der Roma-Fans darunter: massig, giftig, weil Schiedsrichter Anthony Taylor damals Gelb-Rot gegen Mancini und einen späten Elfmeter nach VAR-Einsicht verweigerte. Sevilla antwortete nicht mit Worten, sondern mit einem Bild: Youssef En-Nesyri küsst den Pokal, dazu die Spitzfindigkeit „An alle Roma-Fans in den Kommentaren“. Die Timeline explodierte. Innerhalb von 30 Minuten 4.700 wütende Antworten, binnen zwei Stunden 1,2 Millionen Impressions. Der Klub ließ den Tweet stehen – ein bewusstes Branding, wie interne Quellen bestätigen.

Was folgt, ist ein Déjà-vu aus purem Adrenalin. Hashtags wie #Robbery und #TaylorOut tauchen wieder auf, dazu Videos, die den umstrittenen Handelfmeter-Szenen Slo-Mo-Overlays verpassen. Roma-Ultras organisieren Protest-Choreos für das nächste Heimspiel gegen Sevilla – sofern sich die Lose 2025 kreuzen. Die italienische Botschaft in Madrid erhielt über Nacht 87 Beschwerde-Mails, davon 23 mit Drohungscharakter.

Mourinho kocht, die börse zuckt

Mourinho kocht, die börse zuckt

José Mourinho, mittlerweile ohne Job, meldete sich via Instagram mit einem schwarzen Bild und einem Zitat aus Dante: „Die Hölle ist leer, alle Teufel sind hier.“ Die Aktion pusht seine Markenbekanntheit – Buchmacher kürzen die Quote, dass er im Sommer zu Paris Saint-Germain wechselt, von 8,0 auf 5,5. Parallel verliert Roma an der Börse 1,8 %, weil Analysten Sorge haben, das Image des Vereins könne durch anhaltende Online-Kriege leiden.

Sevilla again. Roma again. Es ist ein sich selbst perpetuierender Circle of Outrage, bei dem der Pokal längst nicht mehr das wertvollste Asset ist – sondern die Aufmerksamkeit, die er generiert. Die Frage ist nicht mehr, wer 2023 recht hatte. Die Frage ist, wie viele Sponsoren morgen noch zwischen zwei Fanlagern stehen wollen, die sich gegenseitig als „Diebe“ beschimpfen.

Sevilla wird den Tweet nicht löschen. Roma wird nicht verzeihen. Und die UEFA? Die zählt weiter die Klicks – und freut sich still über ein Finale, das niemals endet.