Salahs bankplatz: ist das ende für den ägypter in liverpool?
Ein Schock für die Anfield Road: Mohamed Salah, der gefeierte Star des FC Liverpool, saß am Mittwochabend beim entscheidenden Champions-League-Duell gegen Paris Saint-Germain überraschend auf der Bank. Eine Premiere in seiner Liverpool-Karriere, die Fragen aufwirft: Ist dieser Abend der Beginn eines unschönen Abschieds?
Die bittere premiere im viertelfinale
In all seinen 82 vorherigen Auftritten für den FC Liverpool stand Salah stets auf dem Platz, entweder von Beginn an oder als wertvolle Option von der Bank. Seine Torquote von 47 Treffern und 20 Assists in diesen Spielen spricht Bände. Doch gegen PSG blieb er untätig, während seine Mannschaft mit 0:2 unterging. Ein Szenario, das selbst eingefleischte Reds-Fans überraschte.

Arne slots erklärung: überleben statt angriff
Trainer Arne Slot versuchte, sein Vorgehen zu erklären. Er argumentierte, dass es in der Schlussphase des Spiels vor allem darum ging, das Ergebnis nicht noch weiter verschlechtern zu lassen. „Wir mussten überleben, da gab es keine Chance, ein Tor zu erzielen“, so Slot nach der Partie. Eine Erklärung, die viele Fans jedoch nicht überzeugt. Schließlich hätte der Einsatz von Salah frischen Wind gebracht und die Offensive verstärkt – insbesondere, als die Reds bereits im Rückstand lagen.
Stuart Pearce, ehemaliger Profi, äußerte sich bei talkSPORT kritisch: „Er hat allen Grund, eine schlechte Einstellung zu haben, und trotzdem rennt er da draußen mit der Mannschaft mit. Dafür muss man ihn loben.“

Frustration und schweigen
Salah selbst äußerte sich nicht zu seiner Situation. Nach dem Spielschritt er lediglich abwinkend, schüttelte Gerrard und McManaman die Hand und verschwand ohne ein Wort in den Katakomben. Ein Verhalten, das bei den Liverpool-Anhängern Spekulationen auslöste. Hatte er seinem Trainer etwas zu sagen, hielt sich aber aus taktischen Gründen zurück?

Ein zerbröselndes verhältnis?
Die Ereignisse am Mittwochabend werfen ein schlechtes Licht auf das Verhältnis zwischen Salah und Slot. Bereits im Dezember gab es öffentlich einen Streit, als sich Salah über seinen Bankplatz beschwerte und sich „unter den Bus geworfen“ fühlte. Die Wogen schienen zwar geglättet, doch der erneute Bankplatz wirft Zweifel auf. Es scheint, als ob das einst gute Verhältnis zwischen den beiden plötzlich ein Riss bekommen hat.
Salah verlässt Liverpool im Sommer nach neun Jahren. Ein Abgang, der eigentlich von gegenseitigem Respekt und einem würdevollen Abschied geprägt sein sollte. Doch die aktuelle Situation droht, diesen Plan zu durchkreuzen. Ein unrühmliches Ende für einen Spieler, der über Jahre hinweg zum Gesicht des FC Liverpool gehörte.
In 436 Spielen für die Reds erzielte Salah unglaubliche 255 Tore und bereitete 122 weitere vor. Zwei Meistertitel, vier Torschützenkönig-Auszeichnungen und der Gewinn der Champions League unter Jürgen Klopp sind nur einige seiner Erfolge auf Anfield Road. Sein Vermächtnis ist unbestreitbar, aber wie wird er in Erinnerung bleiben?
