Mainz lässt führung gegen bayern aus der hand – amiri: „beste mannschaft der welt“

Ein wildes Spiel in der Mewa Arena: Der 1. FSV Mainz 05 führte gegen den FC Bayern München mit 3:0, ließ die Führung aber noch aus der Hand geben und verlor am Ende mit 3:4. Trotz der bittere Niederlage gibt Nadiem Amiri zuversichtlich die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht auf.

Blumen und schaumwein – und dann das chaos

Vor dem Anpfiff wurde der neue Deutsche Meister mit Blumen und einer großen Flasche Schaumwein gefeiert. Doch die Mainzer schenkten dem Rekordmeister keineswegs Geschenke. Schließlich haben die Rheinhessen in der Vergangenheit oft bewiesen, dass sie zu Hause gegen Bayern bestehen können. Vier der letzten fünf Duelle vor heimischer Kulisse hatten die Mainzer für sich entschieden – ein Fakt, der den Fans vor dem Spiel sicherlich Mut gemacht haben dürfte. Als die Anzeigetafel in der Halbzeitpause die beruhigende Nachricht „3:0“ für Mainz und „0:0“ für den bereits feststehenden Meister anzeigte, träumten viele von einem weiteren Überraschungssieg.

Doch die zweite Hälfte nahm eine dramatische Wendung. „Wir wussten in der Halbzeit, dass wir die Bayern aggressiv gemacht haben, sauer gemacht haben“, erklärte Amiri nach dem Spiel. Tatsächlich schien die „B-Elf“ der Bayern in der zweiten Hälfte durch den Einsatz von Harry Kane und Michael Olise deutlich an Fahrt aufzunehmen. Der Rekordmeister agierte zielstrebiger, leistete sich kaum noch Ballverluste und nutzte die Unaufmerksamkeitsmomente der Mainzer gnadenlos aus.

Goretzka schenkt bayern den ausgleich – fischer ärgert sich

Goretzka schenkt bayern den ausgleich – fischer ärgert sich

Ein besonders ärgerlicher Moment für die Mainzer war das 3:1 durch Leon Goretzka. Ein unglücklicher Abstoß von Dominik Kohr landete über Umwege bei Goretzka, der die Kugel dann unhaltbar im Mainzer Tor unterbrachte. „Dieses 3:1 kam zu früh“, haderte Trainer Urs Fischer. „Wir machen was, was wir so nicht absprechen, nicht trainieren. Dann holst du die Bayern zurück ins Spiel und ich glaube, das war ausschlaggebend.“

Amiri räumte nach dem Spiel ein: „Natürlich dürfen wir niemals den 3:0-Vorsprung hergeben, aber ich glaube, das ist das beste Beispiel, warum Bayern aktuell die beste Mannschaft der Welt ist.“ Er selbst hatte mit seinen Toren zwei und drei maßgeblich zum Spielstand beigetragen und die Ecke zum 1:0 herausgeholt. Die Niederlage mag schmerzhaft sein, doch Amiri blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich bin mir ganz sicher, dass wir nächste Woche den Sack zumachen“, sagte er. „Denn so wie in der ersten Halbzeit, so spielt kein Absteiger.“

Das kommende Auswärtsspiel beim FC St. Pauli bietet die Chance zur endgültigen Sicherung des Klassenerhalts. Die „Kiezkicker“ verloren am Samstag mit 0:2 in Heidenheim und liegen somit weiterhin auf dem Relegationsplatz, acht Punkte hinter Mainz. Die Mainzer müssen sich nun sammeln und sich auf die entscheidenden Spiele konzentrieren, um das Ziel vorzeitig zu erreichen. Denn eines ist klar: Die erste Halbzeit gegen Bayern hat gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt – und das will man nun in den verbleibenden Spielen unbedingt bestätigen.