Koulierakis zieht wolfsburg aus der krise: teamgeist statt todesstille

Ein einziger Satz hallt durch den Sinsheimer Kabinengang: „Genau das hat uns in der Vergangenicht gefehlt.“ Konstantinos Koulierakis lässt die Worte sinken, bevor er die Schultern seiner Kollegen packt. Der 1:1-Auswärtspunkt bei der TSG Hoffenheim ist kein Befreiungsschlag – aber das erste Lebenszeichen des VfL Wolfsburg nach Wochen der Todesstille.

Hecking setzt auf griechische klarheit

Dieter Hecking, 61, steht zwei Meter daneben, die Hände in den Jackentaschen. Er sagt nicht viel, muss er auch nicht. Koulierakis erledigt das für ihn. „Er ist ehrlich, klug, bringt Energie und Teamgeist rein“, erklärt der 22-jährige Grieche und spricht dabei so laut, dass selbst die putzkräfte in der Kurve mitbekommen: Der Trainer habe die Mannschaft in nur zwei Tagen wieder zu einer verschworenen Einheit gemacht. Keine Einzelkritik, keine Schuldzuweisungen – nur die Forderung, gemeinsam aufzutreten. Das taten sie dann auch. 74 Prozent Laufleistung Plus gegenüber dem HSV-Debakel eine Woche zuvor. Statistiker nennen das Effekt Hecking.

Doch die Zahlen lügen nicht weg, dass Wolfsburg weiter tief im Keller steckt. Platz 16, Relegationsrang, drei Punkte bis zur rettenden Bank. Koulierakis weiß das. Er spricht es sogar aus, aber mit einem ‚jetzt-zählt-nur-noch-die-Zukunft‘-Gestus, der an einen jungen Mann erinnert, der schon viele Stürme in Piräus überstanden hat.

Samstag wird die wahrheitsmaschine laufen

Samstag wird die wahrheitsmaschine laufen

Am Samstag kommt Werder Bremen in die Volkswagen-Arena. Kein Geschenk. Die Bremer haben die letzten drei Auswärtsspiele gewonnen und Niklas Füllkrug wieder dabei. Koulierakis wird wieder von Anfang an stehen, verspricht Hecking. Denn der Grieche ist nicht nur Torschütze – er ist Symbol. Sein Kopfball gegen Hoffenheim war sein zweiter Treffer in dieser Saison, beide nach Standards. Das war einst VfL-DNA: Standards, Umsetzung, Punkt. Wenn Koulierakis also wieder in der Luft steigt, schwingt mehr mit als nur ein Tor. Es ist die Wolfsburger Wiedergeburt, mindestens für 90 Minuten.

„Wir kämpfen alle zusammen“, wiederholt Koulierakis wie einen Mantra. Die Frage ist nur: reicht das gegen Bremen? Oder wird die Wahrheitsmaschine am Samstag wieder einmal über den VfL rollen? Die Antwort liegt nicht in der Kabine, sondern auf dem Rasen. Dort, wo Teamgeist keine Floskel mehr ist, sondern die letzte Rettung. Für den Club, für die Fans, für die eigene Zukunft.