Klemens-boykott: leitl fordert endgültigen beweis der liebe
Stefan Leitl lässt Pascal Klemens schwitzen – und das nicht auf dem Platz. Der Hertha-Coach verweigert dem 21-Jährigen bis auf Weiteres jeden Zugriff auf die 2.-Liga-Bühne, weil der Jung-Profi sich weigert, Ja oder Nein zu sagen zum Angebot, das ihm der Klub seit Herbst 2024 auf dem Tisch liegt.

Trainingstempo reicht nicht – entscheidung muss her
Nach mehr als einem Jahr Funkstille haben beide Seiten wieder miteinander gesprochen. Doch das allein reicht Leitl nicht. „Der Austausch ist da. Ich erwarte aber eine Entscheidung“, sagt er in der PK vor dem Bochum-Spiel. Wer die Vertragsfrage offen lässt, bleibt außen vor. Schon gegen Nürnberg und Münster fehlte Klemens im Kader, am Samstag wird es erneut so sein.
Die Rechnung des Trainers ist simpel: Ein Einsatz ohne Zusage würde die Verhandlungsmasse des Spielers erhöhen, aber den Plan des Klubs verwässern. Deshalb darf Klemens aktuell nur bei der U 23 ran – 45 Minuten beim 0:1 gegen Greifswald. Leitl nennt das kein Abstellgleis, sondern „Erleichterung“, sobald der Junge sich klar wird.
Die Uhr tickt laut. Klemens‘ Vertrag läuft am 30. Juni aus. Wer bis dahin nicht unterschreibt, sucht sich einen neuen Arbeitgeber. Fünf Zweitliga-Einsätze hat er seit seinem Comeback nach der schweren Sprunggelenksverletzung gesammelt. Weitere folgen erst, wenn er Farbe bekennt – für oder gegen Hertha.
Die Faszination des Sports? Die erlebt Klemens gerade in Reinkultur: als Druck, als Prüfung, als Zerreißprobe zwischen Karriere und Komfortzone. Leitl hat die Tür weit aufgemacht, sagt er. Jetzt muss Klemens nur noch durchlaufen – oder eben woanders anklopfen.
