Ireland ringt wales nieder und hält titeltraum am leben

Dublin bebt. 80 Minuten lang lagen Irland und Wales in einem Six-Nations-Krimi auf dem Rasen, am Ende stand es 27:17 für die Grünen – und damit ein Hauch von Titelhoffnung in der Luft. Mit 14 Punkten klettert Andy Farrells Team auf Rang zwei, nur einen Zähler hinter Spitzenreiter Frankreich, der morgen nach Murrayfield muss.

Stockdale und crowley schießen los, doch carre antwortet mit dem pfosten-turbo

Nach gerade einmal sechs Minuten jagte Jakob Stockdale die Aviva-Stadion-Mauer hoch. Ein Kurzpass von Stuart McCloskey, ein Stolper-Schritt, Winkel perfekt – Versuch. Danach schalteten die Waliser um: Besitzzeit 70 %, aber keine Punkte. Erst Jack Crowley schlüpfte durch eine Hinterachs-Lücke und erhöhte. Doch kurz vor dem Tee kam die Szene des Abends: Tighthead Rhys Carre fing auf der linken Seite ein, täuschte einen Pass, stolperte Robert Baloucoune mit einer Hand beiseite und sprintete 30 Meter zum ersten Waliser-Pfosten-try seit Jahren. 12:10 zur Pause, und niemand traute sich aufs Bier.

Conan-video-beweis und osbornes bonus-dreher

Conan-video-beweis und osbornes bonus-dreher

Der zweite Durchgang war ein Kopiervorgang des ersten: Irland drückte, Wales wankte. Jack Conan krachte aus einem Meter – der TMO stützte den Referee, obwohl die Ballkontrol mehrheitlich auf Twitter angezweifelt wurde. Die Drachen biss zurück: James Botham übernahm, Edwards verwandelte, 24:22. Fünf Minuten später legte Jamie Osborne nach einem Crowley-Loop den Bonuspunkt hin, obwohl Tomos Williams wegen wiederholter Vergehen auf die Bank musste. Crowley vergab die einfache Transformation, versenkte aber ein spätes Drop-Goal – 27:17, Abpfiff, Titelrennen offen.

Die Statistik lügt nicht: Irland machte aus fünf Chancen vier Versuche, Wales brauchte 22 Phasen für seinen einzigen Angriffstreffer. Die Ballkontrollwerte lagen bei 57 % für die Insel-Kicker, doch die Effizienz der Grünen war brutal. Für die Waliser bleibt nur der Trost, dass sie mit Carre erstmals seit 2019 wieder einen Prop im Try-Club haben.

Nächste Woche geht’s nach Twickenham für Irland, während Wales auf Schottland trifft – und die Franzosen müssen in Edinburgh erst mal beweisen, dass sie nicht nur auf dem Papier vorne liegen. Das Six-Nations-Turnier lebt, und Dublin hat seinen Herzschrittmacher wieder in Reichweite.