Heidel: conference league – vom zweifler zum fan!
Mainz 05 steht im Halbfinale der Conference League – und das hat Sportvorstand Christian Heidel zur Umkehr seines bisherigen Urteils bewegt. Der Mann, der die Einführung des Wettbewerbs einst als „unnötigen Ballast“ abtat, ist nun vollkommen überzeugt.
Ein reumütiger sportvorstand
„Ich war ja kompletter Gegner“, gestand Heidel im RTL/ntv-Interview. „Aber ich muss Abbitte leisten! Jetzt, nachdem wir selber mitgespielt haben, finde ich das überragend.“ Die Erinnerung an seine skeptische Äußerung zur Saison 2021/22 ließ er nicht ungenutzt: „Was soll das jetzt wieder? Das wird niemanden interessieren“, hatte er damals gesagt. Die aktuelle Erfolgsgeschichte der Mainzer hat ihn jedoch eines Besseren belehrt. „Wir schimpfen immer alle gerne auf die UEFA und FIFA, aber dieser Wettbewerb ist ein absoluter Volltreffer.“
Die Rheinhessen reisen am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL) mit einem komfortablen 2:0-Vorsprung zum Rückspiel bei Racing Straßburg. Ein historischer Erfolg, denn so weit waren sie in einem europäischen Wettbewerb noch nie. „Das ist schon etwas sehr Außergewöhnliches für den Klub“, betonte Heidel, dessen Augen glänzten, als er von den Leistungen seiner Mannschaft sprach.

Bundesliga-spitzenklubs im blick
Heidel ist sich bewusst, dass die Leistungen des FSV Mainz 05 auch in der Bundesliga aufmerksam verfolgt werden. Bis zu zehn Teams der deutschen Eliteklasse könnten sich theoretisch für den Europapokal qualifizieren. „Wir haben sehr viel lachen müssen, dass Freiburg und Mainz inzwischen, in Anführungszeichen, die Champions-League-Plätze retten müssen“, witzelte er. Doch hinter der ironischen Bemerkung verbirgt sich die Erkenntnis, dass Mainz 05 eine wichtige Rolle spielt – sowohl im nationalen als auch im europäischen Fußball.
„Wir spielen in allererster Linie für Mainz 05“, betonte Heidel. „Und wenn wir darüber hinaus helfen können, dann machen wir das natürlich sehr gerne.“ Die Chancen für Mainz stehen gut, und Christian Heidel hat bewiesen, dass man sich irren kann – und das auch zugeben sollte. Die Conference League hat ihn überzeugt, und das ist gut für den Wettbewerb und für den deutschen Fußball.
