Dybala erneut am knie – rome verliert champions-traumpaar in 72 minuten
Paulo Dybala hat wieder geweint. Diesmal nicht vor Glück, sondern vor Schmerz und Wut, als er auf dem Trainingsplatz von Trigoria den Ball traf und sein Knie sich anhörte wie ein reißender Faden. Die Operation folgte am Donnerstag, fünf Wochen Pause, Saison wohl vorbei. Roma verliert damit nicht nur ihren besten Fußballer, sondern auch die vielversprechende Doppelspitze mit Donyell Malen – eine Liaison, die gerade mal 72 Minuten währte.
Ein sturm, der nie richtig losdrehte
Am 18. Januar gegen Turin: zwei Tore, drei große Chancen, ein Passspiel, das an die Tage von Totti und Batistuta erinnerte. Dybala schob, Malen lief. Malen schlug um, Dybala traf. Ein 2:0, das wie ein Probedruck für die Champions-League-Quali aussah. Dann kam der 22. Minute: Dybala fasst sich an das rechte Knie, geht runter, kommt wieder – und fällt erneut aus. Seitdem nur noch ein Kurzeinsatz, nun der endgültige Kniefall.
Trainer Ivan Juric hatte geplant, das Duo im 4-2-2-2 als flexibles Zwillingsgespann einzusetzen: Malen als tiefer Startpunkt, Dybala als freien Zehner, beide jederzeit tauschbar. Statistik: In diesen 72 Minuten erzielte Roma 2,4 Tore pro erwartetem Tor (xG), mehr als in jedem anderen Abschnitt der Saison. Ohne Dybala sackt der Wert auf 1,1 ab, Platz 8 der Liga.

Der fluch der joya – ein märchen ohne happy end
Seit 2019 fünf Knie- oder Oberschenkelverletzungen, immer zur entscheidenden Phase. Die Frage „Warum immer ich?“ hallt durch die Kabine. Teamarzt Filippo Loreti spricht von einer angeborenen Bandinstabilität, Physiotherapeuten von einer Überkompensation nach dem Meniskus-Deckel 2022. Fakt ist: Dybala hat seit seinem Wechsel zu Roma nur 56 % aller Pflichtspielminuten absolviert, bei Salah waren es 87 %.
Die Folge: Malen muss nun neben Lukaku auflaufen, ein Classic-9-Target, keine Doppel-10. Gegner verschieben leichter, weil Malen nicht mehr zwischen die Linien rutschen kann. Die letzten drei Partien: zwei Remis, eine Niederlage, nur zwei Treffer. Die Champions-League-Ränge entfernen sich auf fünf Punkte.

Was roma jetzt macht – und was nicht
Kein Winter-Ersatz mehr möglich, also wird Juric auf das junge Trio El Shaarawy, Baldanzi und 18-jähriger Cherki setzen. Sportdirektor Florent Ghisolfi hat intern angeordnet, Dybala nach der Genesung nur noch als Joker einzusetzen – Vertrag läuft 2025 aus, eine Verlängerung rückt in ferne Zukunft. Sein Marktwert fiel innerhalb von zwölf Monaten von 35 auf 18 Millionen Euro.
Romas Saison ist nicht gescheitert, aber der Zauber ist gebrochen. Die Kurve der Träume, einst steil nach oben, zeigt nun ein flaches Plateau. Malen trainiert weiter mit einem Extra-Programm, das ihm die halbräumlichen Räume erhalten soll – für den Fall, dass die Joya irgendwann wieder aufblitzt. Wann? Keiner traut sich mehr eine Antwort zu geben. Die einzige Gewissheit: Ohne Dybala wird Rom diesen Frühling nicht singen.
