Darderi: tagebuch eines tennis-sensations
Luciano Darderi, der Shootingstar des Tenniszirkus, gewährt einen seltenen Einblick hinter die Kulissen seiner Karriere. In einem exklusiven Tagebuch für die Gazzetta dello Sport schildert der Argentinier Höhen, Tiefen und die Menschen, die ihn auf seinem Weg begleiten. Ein Blick auf die Emotionen, Hoffnungen und Ängste eines jungen Athleten, der die Welt im Sturm erobert.
Indien: scharfes essen und schmerzhafte lektionen
Darderi erinnert sich an seine Zeit in Indien, wo er nicht nur von der faszinierenden Kultur, sondern auch von der extremen Armut und dem Luxus beeindruckt war. Ein fataler Fehler beim Mittagessen – ein Teller piccantissimo Pollo Tikka Masala – führte zu heftigen Magenkrämpfen und einer Niederlage gegen Muller. „Von diesem Tag an habe ich eine eiserne Diät befolgt: Hähnchen ohne Gewürze und Reis“, schreibt er.

Die entscheidung für die alte besaitung beim australian open
Vor dem Australian Open stand Darderi vor einer schwierigen Entscheidung: Soll er mit einer neuen, steiferen Besaitung spielen oder zu seiner bewährten, weniger steifen Raclette zurückkehren? Nach einem Gespräch mit seinem Vater Gino traf er die Entscheidung, zur alten Besaitung zurückzukehren, die ihm bereits vier ATP-Titel beschert hatte. „Ich habe die Idee, sie in den nächsten Jahren nicht aufzugeben“, so Darderi.

Die großmutter: die stille unterstützerin
Besonders berührend ist Darderis Geschichte über seine Großmutter, die ihn stets unterstützt hat, auch wenn sein Großvater skeptisch war. Sie versteckte heimlich einen Teil ihrer Rente, um ihm die Möglichkeit zu geben, Tennisunterricht zu nehmen, Racquets zu kaufen und diese besaiten zu lassen. „Nach jedem Sieg küsse ich mein einziges Tattoo, ihren Namen, um mich im Himmel für alles zu bedanken, was sie für mich getan hat. Ohne sie wäre ich nicht hier“, schreibt er.

Der vater: mehr als nur ein coach
Darderi beschreibt die enge Beziehung zu seinem Vater Gino, der ihm nicht nur als Coach, sondern auch als Mentor und Ersatzvater zur Seite stand. Gemeinsam erlebten sie schwierige Zeiten, in denen sie in Autos schliefen, um Geld zu sparen, und sogar Mahlzeiten in Hotels horteten, um für den nächsten Tag etwas zu haben. „Er hat mir immer ein Vorbild gegeben“, betont Darderi.

Die zeit in rom: eine neue heimat
Mit zehn Jahren kam Darderi nach Italien, um seinen italienischen Pass zu beantragen und ein Jugendturnier in L'Aquila zu spielen, das er gewann. Marcello Macchione, ein Freund seines Vaters, nahm ihn in seiner Familie auf und unterstützte ihn in allem. Darderi schloss eine enge Freundschaft mit Macchiones Sohn Simone und verbrachte seine Jugend in Rom, wo er sich intensiv dem Tennis widmete und in verschiedenen Akademien trainierte. „Es war nicht einfach, sich in einem neuen Land zu akklimatisieren, aber Marcello und seine Familie haben mich wie einen Sohn aufgenommen“, erinnert er sich.
Darderi's Tagebuch bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben eines aufstrebenden Tennisstars und zeigt, dass hinter dem Erfolg harte Arbeit, Opferbereitschaft und die Unterstützung von Familie und Freunden stecken.
