Aldair: ein leben in rom – der docufilm enthüllt die seele eines fußballhelden
Rom hat einen neuen Star, und er ist nicht neu: Aldair Nascimento do Santos, der legendäre brasilianische Verteidiger, feiert seinen 60. Geburtstag mit einem bewegenden Dokumentarfilm, der die Herzen der Fußballfans höherschlagen lässt. Der Film, der ab dem 21. Mai in den Kinos läuft, ist eine Hommage an eine Karriere, die untrennbar mit der AS Roma verbunden ist – und an die tiefe Verbundenheit eines Mannes mit einer Stadt und ihren Fans.
Tränen, erinnerungen und die magie des fußballes
Die Premiere im Kino Barberini war ein emotionaler Abend. Aldair selbst, umgeben von Weggefährten und Fans, ließ die Vergangenheit Revue passieren. Es waren Momente der Freude, aber auch der Wehmut, denn das Ende einer Karriere ist immer auch ein Abschied. „Es ist schön, diese Reise zurückzulegen, aber es kann auch stürmisch sein“, gestand Aldair sichtlich bewegt. Der Film, entstanden durch die Regiearbeit von Simone Godano und das Drehbuch von Sandro Bonvissuto, zeichnet ein umfassendes Bild des Brasilianers, von seinen Anfängen in Ilhéus bis zu seinem triumphalen Abschied 2003.
Ein Chor der Erinnerungen: Der Film ist mehr als nur eine Biografie. Er ist ein lebendiges Archiv, gefüllt mit Anekdoten und Zeugnissen von Größen wie Verdone, Totti, Capello, Delvecchio und vielen mehr. Jeder erzählt seine eigene Facette von Aldair, dem Spieler, dem Teamkollegen, dem Menschen.

Von banco da vitória ins herz roms
Aldair blickt zurück auf seine Kindheit in Brasilien: „Ich bin in Banco da Vitória aufgewachsen und habe mit barfußem Fuß auf einem kleinen Feld neben unserem Haus angefangen zu spielen. Das hat meine Ballgefühl geschärft.“ Der Wechsel zum Flamengo mit 16 Jahren war ein weiterer Meilenstein, doch erst in Rom fand er sein wahres Zuhause. „Roma ist so groß, so immens. Es hat mindestens drei Jahre gedauert, bis ich verstanden habe, was das wirklich bedeutet“, erinnert er sich. Die ersten Monate waren schwierig, das italienische Fußballsystem anders als alles, was er kannte. Aber er passte sich an, lernte von Giannini, Nela und Tempestilli und wurde zu einem der wichtigsten Säulen der Mannschaft.
Die Rivalität mit der Lazio war stets besonders intensiv. „Der 3:0-Sieg mit Mazzone war der schönste Moment, die vier Derbys in Folge, die wir verloren haben, waren die traurigsten“, so Aldair. Und er verrät, dass Boksic ihm am meisten Kopfzerbrechen bereitete: „Er hat mir immer den Kopf verdreht.“

Ein abschied, der für immer bleibt
Aldair spricht offen über seinen Abschied vom Fußball: „Für mich war das letzte Spiel mit der Roma mein Abschied. Es war ein schmerzhafter Moment, vor so vielen Menschen nicht mehr spielen zu können.“ Auch wenn er später noch in Genua spielte, war es nie dasselbe. „Für einen Fußballer ist das der schwierigste Übergang.“
Sein Vater, ein glühender Fan des Vasco da Gama, tauschte einst alle Fotos des Vasco gegen Bilder von der Roma aus, als Aldair zum Flamengo wechselte. Ein Zeichen der Liebe und des Stolzes, das Aldair nie vergessen wird. Und als er nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft nach Banco da Vitória zurückkehrte, wurde er wie ein Held empfangen – die Straße, auf der er geboren wurde, wurde ihm zu Ehren benannt.
Die Zukunft? Thiago Silva, mit fast 42 Jahren, wird für die Weltmeisterschaft nominiert. „Evidentemente, etwas stimmt nicht“, sagt Aldair mit einem Augenzwinkern. Doch eines ist sicher: Die Legende von Aldair, dem „Corazón Giallorosso“, wird weiterleben – in den Herzen der Roma-Fans und in den Archiven des italienischen Fußballs.
