Bvb: kovac ringt um balance zwischen offensive und defensive
Borussia Dortmund steht vor der Herausforderung, die Balance zwischen spektakulärer Offensive und solider Defensive zu finden. Nach dem fulminanten Spiel zwischen Paris St. Germain und Bayern München hat Trainer Niko Kovac nun seine Gedanken dazu öffentlich geäußert – und dabei einen klaren Unterschied zu anderen Topteams aufgezeigt.

Die gratwanderung zwischen offensive-power und defensiver stabilität
Niko Kovac ließ keinen Zweifel daran, dass die Vorstellung des Champions-League-Duells zwischen PSG und den Bayern auch ihn beschäftigt hat. „Du kannst nicht jedes Spiel 5:4 gewinnen“, stellte er fest. Während er als neutraler Zuschauer die offensive Brillanz des Spiels genoss, offenbarte die Trainerperspektive eine ganz andere Realität. „Meine Pumpe wäre umgegangen“, gestand Kovac, angesichts der Vielzahl an Gegentoren.
Für den BVB, der sich zwar in der Liga beweisen konnte, aber nicht mit den beiden europäischen Schwergewichten verglichen werden kann, die Kovac als „High-End-Produkt“ bezeichnet, sind fünf oder vier Gegentreffer schlichtweg zu viel. „Wir wollen viele Tore erzielen“, betonte Kovac, signalisierte aber gleichzeitig, dass die Defensive nicht zu kurz kommen darf. Die Tabelle spricht eine deutliche Sprache: Die Spitzenteams, mit Ausnahme der Bayern, bewegen sich in der Regel im Bereich von 60 bis 65 Toren, während der Unterschied zu den Verfolgern vor allem in den weniger kassierten Gegentoren liegt.
Besonders hervorzuheben ist dabei die Leistung von Serhou Guirassy beim jüngsten 4:0-Sieg gegen Freiburg. „Wir benötigen Stresssituationen, gerade bei uns im Stadion. Das haben wir gegen Freiburg gezeigt. Serhou hat als Erster Druck gemacht, und dann die Jungs dahinter“, erklärte Kovac und unterstrich die Bedeutung eines aggressiven Pressings und schnellen Umschaltens.
Das Spiel gegen Mönchengladbach am Sonntag wird zeigen, ob Kovac es schafft, diese Balance zu halten. Obwohl die Personallage durch Ausfälle von Niklas Süle, Emre Can, Felix Nmecha und Karim Adeyemi angespannt ist, wird erwartet, dass der BVB mit ähnlicher Intensität und Dominanz wie im Spiel gegen Freiburg auftreten wird. Die Rückkehr von Yan Couto und Jobe Bellingham könnte hierbei für frischen Wind sorgen.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um die Konkurrenzfähigkeit des BVB in der Liga weiter zu festigen. Die Offensive muss ihre Dynamik behalten, während die Defensive ihre Stabilität bewahrt. Nur so kann der BVB seine Ambitionen erfüllen und sich unter Kovac als ernstzunehmender Titelkandidat etablieren.
