Eintracht frankfurt: abschiedsgiganten in der sommerpause?
Frankfurt – Ein Erdbeben scheint sich am Main anzubahnen: Eintracht Frankfurt droht im Sommer ein massiver Umbruch im Frauenfußball. Lisanne Gräwe steht vor einem Wechsel zu Union Berlin, und weitere Leistungsträgerinnen könnten folgen. Die Frage ist, ob die Frankfurterinnen diesen Aderlass verkraften können, während sie sich gleichzeitig noch ambitioniert um den dritten Tabellenplatz in der Frauen-Bundesliga streiten.
Gräwe packt ihre koffer: ausstiegsklausel macht's möglich
Die Nachricht sorgte für Aufsehen: Mittelfeldspielerin Lisanne Gräwe wird wohl im Sommer zu Union Berlin wechseln. Eine Ausstiegsklausel in ihrem Vertrag macht den Transfer für die 23-jährige Nationalspielerin zu einem finanziell machbaren Geschäft für die Berliner – Ablöse: 200.000 Euro. Ein stolzer Betrag, aber offenbar gerechtfertigt durch Gräwes Leistung in der laufenden Saison, in der sie zu einer festen Größe im Frankfurter Mittelfeld avancierte.
Doch Gräwe ist nicht allein. Auch Nationalspielerin Elisa Senß (28) besitzt eine Ausstiegsklausel und wird von Bayern München intensiv gejagt. Gerüchte über ein Engagement in England sind ebenfalls im Umlauf. Und die Schweizer Nationalspielerin Geraldine Reuteler (27) kann sogar ablösefrei gehen – Arsenal London gilt als der wahrscheinlichste nächste Verein.
Auch Angreiferin Nicole Anyomi (27), die in der letzten Saison immer wieder in der Nationalelf zum Einsatz kam, könnte ohne Ablösesumme den Verein verlassen. Paris St. Germain oder ein englischer Verein buhlen um ihre Dienste. Die Frankfurter Verantwortlichen schweigen offiziell zu diesen Spekulationen, doch der Trainer Niko Arnautis gibt zu, dass „immer Bewegung im Kader“ herrscht. Er konzentriert sich vorerst auf die kommende Aufgabe.

Nächste hürde: 1. fc nürnberg – revanche will gelingen
Am Montag empfängt Eintracht Frankfurt den 1. FC Nürnberg zum Nachholspiel. Das Hinspiel ging mit 3:5 verloren – eine bittere Pleite, die die Frankfurterinnen nun vergessen machen wollen. „Das Spiel war schon sehr kurios“, erinnert sich Arnautis. „Ob Ballbesitz, Zweikampfwerte, Abschlüsse – das war ein klares Spiel, was wir eigentlich gewinnen mussten.“
Die Nürnbergerinnen werden unter der Interimstrainerin Isabel Bauer, die von 2015 bis 2017 selbst für die Eintracht spielte, alles daran setzen, erneut zu punkten. Arnautis erwartet einen „kämpfenden Gegner“, der um jeden Ball fighten wird. Dennoch betonte er, dass seine Mannschaft „sehr viel den Ball haben“ und Lösungen finden müsse. Die Konzentration und Energie, die gegen Wolfsburg gezeigt wurden, müssen nun erneut abgerufen werden – angesichts der vielen Gerüchte und Ablenkungen ist dies eine große Herausforderung.
Die Frankfurterinnen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Obwohl die Chancen auf den dritten Tabellenplatz noch intakt sind, könnte der Verlust von Leistungsträgerinnen den Aufstieg in die Champions League gefährden. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein.
